Sie sind hier:

Risikominderung beim diabetischen Makulaödem (DMÖ)

Nicht jeder Diabetiker leidet zwangsläufig irgendwann an einer diabetischen Retinopathie oder einem diabetischen Makulaödem (DMÖ). Das Risiko, daran zu erkranken, hängt von zahlreichen Faktoren und deren Zusammenspiel ab.

Menschen mit Diabetes haben ein wichtiges und wirksames Schutzprogramm selbst in der Hand: einen gesunden Lebensstil. Denn wer gesund lebt und „hausgemachte“ Risikofaktoren (z. B. Rauchen) ausschaltet, reduziert die Gefahr, eine diabetische Retinopathie und/oder ein Makulaödem zu entwickeln. Einen hundertprozentigen Schutz erreicht man dadurch zwar nicht – doch es lohnt auf jeden Fall, sein Leben gesundheitsbewusst zu gestalten; nicht nur der Augengesundheit zuliebe!

Behalten Sie Ihre Werte gut im Blick

Gut eingestellte Blutzuckerwerte und ein optimaler Blutdruck bilden zusammen mit einem normalen Cholesterinspiegel und einem gesunden Körpergewicht bei der Zuckerkrankheit ein wichtiges Schutz-Quartett für die Augen. Regelmäßige Kontrolltermine bei den behandelnden Ärzten sollten Sie daher nicht versäumen.

BlutzuckermessgerätZu hohe oder stark schwankende Blutzuckerwerte erhöhen das Risiko von Diabetikern, an einem diabetischen Makulaödem zu erkranken [1]. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen (beim Arzt sowie Selbstmessungen) und eine sorgfältige Einstellung der Werte gehören daher zu den wichtigsten Maßnahmen, um sich vor dem diabetischen Makulaödem zu schützen.

 

Dies gilt auch für den Blutdruck [1], auch hier steigern erhöhte Werte das Risiko für die Augen. Überprüfen Sie daher regelmäßig Ihren Blutdruck. Viele Apotheken bieten diesen Service kostenlos an. Wenn Sie lieber selbst messen möchten, bitten Sie Ihre Krankenkasse um ein eigenes Blutdruckmessgerät für zu Hause.

Wenn Sie bei den Selbstmessungen überhöhte Blutzucker- oder Blutdruckwerte feststellen, nehmen Sie bitte auch außerhalb der üblichen Kontrollbesuche Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt auf, damit die Werte möglichst rasch wieder in den „grünen Bereich“ kommen. Meist empfehlen Ärzte Zielwerte von ≤ 130–140/85 mmHg [2].

Ernährung und DMÖ: Essen Sie "augengesund"

Gemüse Auch ein gestörter Fettstoffwechsel, wie er insbesondere bei Übergewicht auftritt, erhöht die Gefahr, an einem diabetischen Makulaödem zu erkranken [3]. Versuchen Sie daher, Ihre Ernährung an die allgemeinen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) anzunähern, normalisieren Sie Ihr Gewicht und vermeiden Sie fettreiche Speisen. Zusammen mit ausreichend Sport und Bewegung schaffen Sie dadurch die besten Voraussetzungen, nicht nur einem diabetischen Makulaödem vorzubeugen, sondern auch anderen Folgen des Diabetes wie z. B. Herz- und Kreislauferkrankungen. Im Abschnitt Ernährung finden Sie weitere hilfreiche Informationen. Fragen Sie auch Ihre Krankenkasse nach einer Ernährungsberatung.

Verzichten Sie aufs Rauchen

Zwei Hände zerbrechen eine ZigaretteRauchen schadet auch der Augengesundheit und gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für ein diabetisches Makulaödem [4]. Zuckerkrankheit und Rauchen verstärken sich wechselseitig in ihrer schädigenden Wirkung auf den Organismus, insbesondere auf die Blutgefäße. Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich übrigens selbst dann noch, wenn Sie bereits an einem DMÖ oder an typischen Raucherkrankheiten leiden. Die Belastung der Blutgefäße durch den Tabakkonsum lässt bereits im ersten rauchfreien Jahr deutlich nach. Dadurch tragen Sie nicht nur zu einer erfolgreichen Behandlung des DMÖ bei. Auch das Risiko an anderen Komplikationen der Zuckerkrankheit bzw. des Rauchens zu erkranken (z. B. Herzinfarkt) sinkt drastisch.

Regelmäßige Vorsorge

Je früher eine diabetische Retinopathie oder ein Makulaödem erkannt und behandelt werden, desto besser stehen die Chancen, schwerwiegende Folgen der Erkrankung, wie z. B. eine Erblindung, zu verhindern. Auch wenn Sie noch keine Sehstörungen bemerken, können bereits krankhafte Veränderungen an Ihrer Netzhaut vorliegen. Daher ist es so wichtig, dass Sie die augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, auf die Sie als Diabetiker Anspruch haben. Nur bei regelmäßigen Kontrollen kann Ihr Augenarzt bei krankhaften Veränderungen rechtzeitig eingreifen, um Ihre Sehfähigkeit möglichst dauerhaft zu erhalten.

Achten Sie auch auf kleine Veränderungen Ihrer Sehleistung

Selbst kleine Sehstörungen, die Sie im alltäglichen Leben noch nicht beeinträchtigen oder die nur hin und wieder auftreten, können fortgeschrittene Netzhautveränderungen anzeigen. Ganz gleich, ob bei Ihnen bereits ein diabetisches Makulaödem bekannt ist oder nicht – warten Sie bei Auffälligkeiten nicht bis zum nächsten Termin beim Augenarzt, sondern vereinbaren Sie kurzfristig einen Kontrolltermin. Gerade beim DMÖ verschlechtert sich die Sehleistung manchmal innerhalb kürzester Zeit. Nur mit einer frühzeitigen Behandlung kann der Arzt gegensteuern.

Mit einfachen Selbsttests können Sie Ihre Sehleistung auch zwischendurch zu Hause testen.

Quellen:
[1] Klein R, Klein BE, Moss SE, Cruickshanks KJ: The Wisconsin Epidemiologic Study of Diabetic Retinopathy: XVII. The 14-year incidence and progression of diabetic retinopathy and associated risk factors in type 1 diabetes. Ophthalmology 1998; 105: 1801–1815.
[2] Böhm B., Hien, P.: Diabetes-Handbuch, Springer 2007 (5. Aufl.).
[3] Miljanovic B, Glynn RJ, Nathan DM et al.: A prospective study of serum lipids and risk of diabetic macular edema in type 1 diabetes. Diabetes 2004; 53: 2883–2892.
[4] Kramer CK, de Azevedo MJ, da Costa RT et al.: Smoking habit is associated with diabetic macular edema in Type 1 diabetes mellitus patients. J Diabetes Complications 2008; 22: 430.