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Tipps zum Alltag mit der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Unsere Augen gelten als Fenster zur Welt – und das nicht nur sprichwörtlich: Sieben von zehn Dingen oder Situationen, die wir täglich wahrnehmen, erfassen wir über unsere Augen [1]. Doch obwohl unser Augenlicht so wichtig ist, wissen wir nur wenig darüber, welche Höchstleistungen unsere Augen täglich verrichten. Gleiches gilt für mögliche Augenerkrankungen, die sich im Laufe der Zeit einstellen können. Dieses fehlende Wissen verunsichert – neben dem schleichenden Sehverlust – zusätzlich. Daher gilt: Je genauer Sie und Ihre Familie und Freunde über die AMD Bescheid wissen, umso leichter lassen sich Missverständnisse oder vermeintliche Hürden aus dem Weg räumen.

Kleinigkeiten mit großer Wirkung

Um es vorweg zu nehmen: Trotz der Diagnose AMD müssen Sie sich nicht von Ihren bisherigen liebgewordenen Aktivitäten verabschieden. Kochen, Sport treiben, Freunde treffen, ein gutes Buch lesen, Kreuzworträtsel lösen und vieles andere mehr ist oft auch weiterhin möglich. Anderes geht mit kleineren Tipps und Tricks leicht von der Hand. Einige davon haben wir für Sie zusammengestellt.

Am Computer mit AMD

Ein älterer Mann sitzt vor einem Laptop, ein junger Mann sitzt neben ihm und hilft ihmGerade Computer ermöglichen Ihnen das Lesen auf unterschiedlichsten Wegen – dafür müssen Sie nicht einmal sehen können. Mit praktischen Voreinstellungen erleichtert Ihnen der elektronische Helfer die Suche und Sammlung aktueller Informationen – so können Sie immer auf dem neuesten Stand bleiben. Falls Sie sich mit diesen Geräten (noch) nicht so gut auskennen, bitten Sie jemanden mit Computer-Erfahrung, Ihnen über die ersten Startschwierigkeiten hinwegzuhelfen und Ihnen die Vorteile zu erklären, zum Beispiel:

  • Vorgefertigte Anpassungen bei Sehschwäche
    • Angepasste, vergrößerte Darstellungen
    • Optimierte Kontraste
    • Anklickbare Vergrößerungsgläser
    • Große Tastaturen auf dem Bildschirm, auf denen sich mit der Maus Buchstaben anklicken und so Texte erstellen lassen
    • Vorlese-Funktionen
  • Hilfestellungen für Menschen mit geringer Sehkraft finden Sie auch bei Softwareanbietern:

Falls Sie gerne lesen, lohnt es sich, ein E-Book auszuprobieren. Bei diesen „elektronischen Büchern“ kann man die Schriftgröße stark variieren.

In der Küche mit AMD

Ein älteres Ehepaar schneidet gemeinsam Gemüse in der KücheEgal ob es sich um das tägliche Frühstück, das Mittagessen oder ein Abendessen mit Freunden handelt – für sich oder Gäste etwas Leckeres zu Kochen und sich dabei in der eigenen Küche sicher zu fühlen, bedeutet ein großes Stück Lebensqualität. Ein paar einfache Tricks helfen dabei, dass Sie auch mit einer AMD souverän den Kochlöffel schwingen können. Zögern Sie nicht, Freunde oder Familienmitglieder bei der Umsetzung einiger Tipps um Hilfe zu bitten.

  • Kontrast: Gestalten Sie die Arbeitsflächen farblich so, dass sie einen deutlichen Kontrast zu Tellern, Kochgeschirr, Kochutensilien und anderen Gegenständen bilden (z. B. dunkle Arbeitsflächen und weißes Geschirr).
  • Kennzeichnen Sie Gegenstände: Kennzeichnen Sie scharfe Kanten, Steckdosen und ähnliches mit breitem Klebeband in auffälliger Farbe. Spannen Sie farbige Gummibänder um Behältnisse, so erkennen Sie deren Inhalt auf einen Blick.
  • Ordnung: Ordnen Sie jedem Gegenstand, den Sie regelmäßig benutzen, einen festen Platz zu und legen Sie die Gegenstände gleich wieder dorthin zurück, wenn Sie sie benutzt haben. Schließen Sie Schränke oder Schubladen gleich nach dem Gebrauch wieder. Nach diesem System sollte sich jeder richten, der in dieser Küche arbeitet.
  • Nutzen Sie Ihre anderen Sinne: Prüfen Sie verschiedene Zutaten durch den Geruch oder den Geschmack, bevor Sie sie zu einem Gericht hinzufügen.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel: Entsorgen Sie sämtliche alten Medikamente und benutzen Sie einen Arzneimitteldosierer, der Ihnen sagt, wann Sie welches Medikament einnehmen sollen – lassen Sie sich in der Apotheke dazu beraten.

Im Badezimmer mit AMD

Ein helles, modernes Badezimmer mit Waschbecken und BadewanneEin bisschen Eitelkeit schadet nicht – gerade daher möchte man vor allem morgens das Badezimmer für sich alleine haben. Dabei helfen einige einfache Tipps, die schnell und problemlos umgesetzt werden können. Noch ein kleiner Tipp: Nutzen Sie doch die Zeit im Badezimmer, um den Amsler-Gitter-Test zu machen – dazu reicht schon der Blick auf die Fugen der Badezimmerfliesen.

  • Licht: Nutzen Sie vergrößernde und beleuchtete Spiegel - die gibt es übrigens auch als eine Art Brillengestell. Dies macht vor allem das Schminken leichter.
  • Kontrast: Verwenden Sie leicht gefärbte Zahncreme (z. B. mit farbigen Streifen), so dass sie einen Kontrast zu dem meist weißen Kopf der Zahnbürste bildet. Benutzen Sie Handtücher, die sich stark von der Farbe des Raums abheben.
  • Farben: Wenn Sie sich ein Bad einlassen, hilft ein farbiger Schwamm im Wasser, den steigenden Wasserstand zu erkennen. So erkennen Sie, wann genug Wasser eingelaufen ist.
  • Kennzeichnen Sie Gegenstände: Nutzen Sie weiße Aufkleber und einen dicken Markierstift, um verschiedene Gegenstände zu kennzeichnen. Alternativ können Sie auch farbige Gummibänder um Behältnisse spannen (z. B. Shampoo, Duschgel, Haarspülung), um deren Inhalt auf einen Blick zu erkennen.

Sich mit AMD außerhalb der eigenen vier Wände sicher fühlen

Ein älteres Ehepaar beim gemeinsamen Einkauf in der GemüseabteilungMit der Diagnose AMD kommt meist die Frage auf, ob man künftig alleine zurechtkommt – zu groß ist die Angst vor einem möglichen schleichenden Sehverlust. Eine Sorge, die auch wegen des medizinischen Fortschritts oft unbegründet ist. Das gilt für die vertrauten vier Wände genauso wie die Welt jenseits der eigenen Haustür. Einfache Alltagstipps geben zusätzlich Sicherheit und damit auch Eigenständigkeit außerhalb der eigenen vier Wände. Probieren Sie sie aus – vielleicht auch zusammen mit Bekannten, Freunden oder der Familie.

  • Planen Sie voraus: Wer von vornherein verschiedene Eventualitäten berücksichtigt, fühlt sich sicherer (z. B. bei öffentlichen Verkehrsmitteln eine Alternativstrecke heraussuchen, falls mal ein Bus oder eine Bahn ausfällt).
  • Nutzen Sie kleine Hilfsmittel: Eine Mini-Taschenlampe und ein Vergrößerungsglas sind klein, handlich und passen in jede Tasche.
  • Diktiergerät: Anstatt einer geschriebenen Einkaufsliste können Sie auch ein kleines Diktiergerät verwenden – damit können Sie die Liste jederzeit problemlos abhören.
  • Geld: Wenn Sie Probleme haben, Münzen oder Scheine zu unterscheiden, lernen Sie, die Münzen durch Tasten zu erkennen, und falten Sie Scheine unterschiedlich. Dann wissen Sie immer, welcher Schein welchem Wert entspricht.
  • Großbuchstabige Karten und Gebrauchsinformationen: Wenn Sie in einem Restaurant essen, fragen Sie nach einer großbuchstabigen Karte. Sie werden überrascht sein, wie viele Restaurants eine solche Karte bereithalten. Diesen Service gibt es übrigens auch für die Gebrauchsinformationen vieler Arzneimittel. Fragen Sie doch einfach Ihren Arzt oder Apotheker, oder gehen Sie direkt auf die Internetseite www.patienteninfo-service.de.
  • Fragen Sie nach Services: Viele Firmen (Fluggesellschaften, Telefonanbieter etc.) bieten spezielle Dienstleistungen für Menschen mit Sehbehinderungen an, die das tägliche Leben einfacher machen können (z. B. Begleitung am Flughafen).
  • Nehmen Sie sich Zeit: Gönnen Sie Ihren Augen immer ein paar Sekunden, um sich nach einer hell erleuchteten Umgebung an ein dunkleres Umfeld zu gewöhnen oder umgekehrt. Auch für andere Aufgaben werden Sie möglicherweise etwas länger brauchen – nehmen Sie sich diese Zeit ganz in Ruhe!
Quellen:
[1] http://www.g-netz.de/Der_Mensch/sinnesorgane/gesichtssinn.shtml, zuletzt besucht am 07.05.2019.