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Risikofaktoren der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Gesund leben und ausgewogen essen lohnt sich! Auch wenn die genauen Mechanismen hinter der altersabhängigen Makuladegeneration noch nicht geklärt sind, gibt es verschiedene nachgewiesene Risikofaktoren, die die Entstehung einer AMD fördern. Einige davon wurden uns quasi in die Wiege gelegt (z. B. unser Geschlecht, die Augenfarbe), andere wiederum sind hausgemacht (z. B. Rauchen, Ernährung) – und können von uns selbst beeinflusst werden.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren für die AMD

Älterer Mann und ältere Frau beim Kreuzworträtsellösen. AMD ist eine Erkrankung des Alters.Alter: Je älter wir werden, desto weniger schützende gelbe Farbkörnchen (Lutein) befinden sich in unserer Netzhaut. Gleichzeitig sammeln sich immer mehr Abfallprodukte aus unserem Stoffwechsel an. Daher gilt das Alter als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer AMD [1]. Ein paar Zahlen dazu: Für Personen mittleren Alters liegt das AMD-Risiko bei nur etwa 2 % im Vergleich zu 30 % bei über 75-Jährigen [2].

Geschlecht: Frauen erkranken häufiger an einer altersabhängigen Makuladegeneration als Männer. Dies gilt besonders für Frauen über 75 Jahre [3].

Genetische Faktoren:
Angehörige von AMD-Patienten haben ein etwa dreimal höheres Erkrankungsrisiko als Menschen ohne Verwandte mit einer AMD [4]. Eine spezifische genetische Veränderung, die dieses Phänomen erklärt, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Augenfarbe: Menschen mit blauen Augen besitzen offenbar ein erhöhtes Risiko, an einer altersabhängigen Makuladegeneration zu erkranken [5].

Abstammung:
Auch die Abstammung scheint bei der AMD eine Rolle zu spielen. Hellhäutige Menschen erkranken insgesamt häufiger an einer AMD als Asiaten oder Afroamerikaner [6]. Auf die Frage, ob sich diese Tatsache mit unterschiedlichen Genen [7] oder verschiedenen Lebensbedingungen erklären lässt, gibt es bisher noch keine Antwort.

Lebensgewohnheiten und die AMD

Zigarette mit Rauchwolke. Je mehr geraucht wird, desto höher ist das Risiko für eine AMD.Rauchen: Blauer Dunst kann ins Auge gehen: Je mehr Zigaretten Sie rauchen, desto höher liegt Ihr AMD-Risiko. Raucher, die mehr als 25 Zigaretten pro Tag rauchen, erkranken 2- bis 3-mal häufiger an einer mit Sehverlust verbundenen AMD als konsequente Nichtraucher [8]. Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich aber jederzeit. Bereits ein nikotinfreies Jahr senkt das AMD-Risiko um 6,7 % [1]. Selbst wenn Sie bereits an einer AMD leiden, bringt es viel, sich von den Glimmstängeln zu verabschieden. Durch einen Rauchverzicht können Sie hinauszögern oder möglicherweise sogar vermeiden, dass eine trockene AMD in die aggressive feuchte AMD übergeht.

Ernährung: Zu wenig schützende Nährstoffe (insbesondere Lutein) steigern offenbar das Risiko für eine AMD [9]. Auch hohe Cholesterinwerte und Übergewicht bei über 60-Jährigen erhöhen die Erkrankungsgefahr [1].

Starkes Sonnenlicht:
Zu viel und langer Kontakt mit hellem Sonnenlicht scheint – auch ohne bisher vorliegendem wissenschaftlichen Beweis – ebenfalls dazu beizutragen, dass sich eine AMD ausprägt [10].

Andere Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für AMD

Blutdruckmessgerät. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ein höheres Risiko, an einer AMD zu erkranken.Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: AMD tritt häufiger bei Menschen auf, die an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Bluthochdruck und Gefäßverkalkungen) leiden [1].

Augenerkrankungen: Menschen mit einer AMD besitzen ein hohes Risiko, dass auch das zweite Auge erkrankt. Auch Patienten nach einer Katarakt-OP (Katarakt = grauer Star) sind besonders stark gefährdet [1].

Quellen:
[1] http://archive.is/FCTG, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[2] https://nei.nih.gov/health/maculardegen/armd_facts, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[3] Age-Related Eye Disease Study Research Group: Risk factors associated with age-related macular degeneration: A case-control study in the Age-Related Eye Disease Study. Age-Related Eye Disease Study Report Number 3. Ophthalmology 2000; 107: 2224–2232.
[4] Klaver CC, Wolfs RC, Assink JJ et al. Genetic risk of age-related maculopathy. Population-based familial aggregation study. Arch Ophthalmol 1998; 116: 1646–1651.
[5] http://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/makula-degeneration/altersabhaengige-makuladegeneration/krankheitsbild/risikofaktoren, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[6] Kawasaki R, Yasuda M, Song SJ et al.: The prevalence of age-related macular degeneration in Asians: a systematic review and meta-analysis. Ophthalmology 2010; 117: 921–927.
[7] Francis PJ, Schultz DW, Hamon S et al. Haplotypes in the complement factor H (CFH) gene: associations with drusen and advanced age-related macular degeneration. PLoS One 2007; 28: 2(11).
[8] Seddon JM, Willett WC, Speizer FE, Hankinson SE.: A prospective study of cigarette smoking and age-related macular degeneration in women. JAMA 1996; 276: 1141–1146.
[9] Snellen EL, Verbeek AL, van den Hoogen GW, Cruysberg JR, Hoyng CB. Neovascular age-related macular degeneration and its relationship to antioxidant intake. Acta Ophthalmol Scand 2002; 80: 368–371.
[10] Fletcher AE, Bentham GC, Agnew M et al.: Sunlight exposure, antioxidants, and age-related macular degeneration. Arch Ophthalmol. 2008; 126: 1396–403.