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Symptome der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Eine altersabhängige Makuladegeneration entsteht nicht von heute auf morgen. Meist beginnt die Erkrankung schleichend und äußert sich recht unterschiedlich. Lange Zeit bemerken die Betroffenen daher meist erst einmal nichts davon. Das liegt daran, dass die AMD häufig zunächst nur in einem Auge auftritt. Die fehlenden oder fehlerhaften Informationen des kranken Auges kann das gesunde Auge nämlich lange Zeit ausgleichen [1]. Erste Symptome spüren AMD-Patienten dann erst in weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien oder aber dann, wenn auch das zweite Auge erkrankt.

Das gesunde Auge sieht die Straßenszene normal, das kranke Auge sieht in der Mitte einen grauen Fleck und in den Randbereichen verzerrt. Das Gehirn kann die Schädigung des kranken Auges mit den Informationen des gesunden Auges lange ausgleichen.

Verschiedene Symptome

Da bei der altersabhängigen Makuladegeneration besonders die Lichtsinneszellen am Punkt des schärfsten Sehens Schaden nehmen, treten Sehstörungen typischerweise im zentralen Sichtfeld auf. Den äußeren Bereich des Sichtfeldes beeinträchtigt eine AMD üblicherweise nicht. Die Sehstörungen selbst äußern sich je nach Stadium ganz unterschiedlich [1]:

  • Unscharfe Konturen
  • Schwache Kontraste
  • Blendungsempfindlichkeit
  • Gerade Linien erscheinen wellig oder verzerrt
  • Grauer oder schwarzer Fleck, der im zentralen Sichtbereich beginnt und nach außen hin wachsen kann

Unscharfes oder verzerrtes Sehen, Sehausfälle und verminderte Kontrastwahrnehmung sind mögliche Symptome der AMD.

Wie schnell die Symptome zunehmen, variiert von Patient zu Patient und hängt auch von der Form der AMD ab. Bei der trockenen AMD schreiten die Sehstörungen in der Regel über Jahre hinweg langsam fort, während sich bei der feuchten AMD die Sehleistung bereits innerhalb weniger Wochen deutlich verschlechtern kann [1].

Auswirkungen der AMD auf den Alltag

Wenn die Augen nicht mehr richtig mitmachen, wirkt sich das natürlich auf das tägliche Leben aus – privat und beruflich. Vor allem jene Aktivitäten leiden, für die wir ganz besonders auf unsere Sehleistung angewiesen sind:

  • Lesen
  • Autofahren
  • Einkaufen
  • Ablesen der Uhrzeit
  • Erkennen von Gesichtern

Manche AMD-Patienten fühlen sich durch das schwindende Sehvermögen so beeinträchtigt, dass sie immer unsicherer werden und dadurch schließlich ihre Unabhängigkeit verlieren. Ein geringeres Selbstwertgefühl und Depressionen gehören zu den häufig unterschätzten Folgen dieser Erkrankung [2]. Glücklicherweise bieten neue Behandlungsmöglichkeiten gute Chancen, die Sehleistung bei der feuchten AMD zu stabilisieren oder gar zu verbessern. Lesen Sie auch unsere Tipps für den Alltag, die Ihnen das Leben mit der Sehbeeinträchtigung erleichtern.

Quellen:
[1] Gottlieb JL. Age-related macular degeneration. Journal of the American Medical Association 2002; 288: 2233–2236.
[2] Finger RP, Fleckenstein M, Holz FG, Scholl HP. Quality of life in age-related macular degeneration: a review of available visionspecific psychometric tools. Qual Life Res 2008; 17: 559–574.