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Häufigkeit und Formen der AMD

Manchmal reichen Augenprobleme an einer winzigen Stelle aus, um die Sehkraft zu gefährden. Bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) ist dies der Fall. Denn die Erkrankung betrifft den im Durchmesser nur etwa 5 mm kleinen Punkt des schärfsten Sehens – auch gelber Fleck oder Makula genannt. Bei einer AMD schädigen verschiedene Ursachen diese Region. Dadurch kommt es zu unterschiedlich stark ausgeprägten Beschwerden. Ohne Behandlung geht bei manchen Patienten das Sehvermögen im Zentrum des Sichtfelds nach und nach ganz verloren. 

Mit zunehmender Schädigung kommt es zum fortschreitenden Sehverlust im zentralen Sichtfeld. So kann man z. B. beim Kartenspielen die Zahlen auf den Karten nicht mehr gut lesen.

Viele Menschen leiden an altersabhängiger Makuladegeneration (AMD)

Eine altersabhängige Makuladegeneration ist keine Seltenheit – Sie stehen damit keinesfalls allein da. Weltweit leiden etwa 30 bis 50 Millionen Menschen daran [1]. Vor allem ältere Menschen ab dem 50. Lebensjahr trifft die Erkrankung. In den USA stellen Ärzte bei jedem fünften über 75-Jährigen die Diagnose AMD [2]. Durch ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung und eine frühzeitige Behandlung lässt sich eine Erblindung in den meisten Fällen deutlich hinauszögern oder sogar verhindern.

Eine Erkrankung – zwei Formen

Aufgrund ihres unterschiedlichen Verlaufs unterscheiden Experten zwei Formen der altersabhängigen Makuladegeneration:

Die trockene AMD: Bei etwa 80 bis 90 % der Patienten liegt die trockene altersabhängige Makuladegeneration vor. Hier kommt es zu Ablagerungen, sogenannten Drusen, zwischen der äußeren Schicht der Netzhaut und der Aderhaut. Diese Ablagerungen behindern die Aufnahme und Verarbeitung der Lichtreize und führen dadurch zu Sehstörungen. Die trockene AMD verläuft in der Regel schleichend – schwerwiegende Sehprobleme treten nur sehr selten auf [3, 4]. Eine wirksame Behandlung gibt es für diese Form der AMD derzeit noch nicht.

Die feuchte AMD: Bei manchen Patienten geht die trockene AMD in die aggressivere, feuchte Variante über. Hierbei entstehen unerwünschte neue, undichte Gefäße. Aus ihnen treten Blutzellen, Entzündungszellen und fetthaltige Flüssigkeiten aus, die sich in der Netzhaut ansammeln und dadurch die Aufnahme und Verarbeitung von Lichtreizen stören [5]. Die feuchte AMD macht nur 10 bis 15 % aller AMD-Erkrankungen aus, sie führt jedoch in mehr als 80 % der Fälle zu schwerwiegenden Sehstörungen [1]. Die gute Nachricht dabei: Dank neuer Behandlungsmöglichkeiten lässt sich der Krankheitsverlauf in vielen Fällen aufhalten, manchmal bessert sich dadurch sogar die Sehleistung.

Quellen:
[1] Rosenfeld PJ, Martidis A, Tennant MTS: Age related macular degeneration. Opthalmology, 3rd edn. Yanoff M, Duker JS. Philadelphia: Mosby/Elsevier; 2009: 658-673.
[2] Ferris FL, Fine SL, Hyman L: Age related macular degeneration and blindness due to neovascular maculopathy. Arch Phthalmol 1984; 102: 1640-1642.
[3] Fine SL, Berger JW, Maguire MG et al.: Age-related macular degeneration. N Engl J Med 2000; 342: 483-492.
[4] La Cour M, Kiilgaard JF, Nissen MH: Age-related macular degeneration: epidemiology and optimal treatment. Drugs Aging 2002; 19: 101-133.
[5] Miller DG, Singerman LJ: Vision loss in younger patients: a review of choroidal neovascularization. Optorn Vis Sci 2006L; 83: 316-325.
[6] Bertram B: Blindheit und Sehbehinderung in Deutschland: Ursachen und Häufigkeit. Der Augenarzt, 39. Jahrgang, Dezember 2005.
[7] Knauer C, Pfeiffer N: Erblindungen in Deutschland - heute und 2030. Ophthalmologie 2006; 103: 735-741.