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Behandlungsmöglichkeiten bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD)

Bei der altersabhängigen Makuladegeneration unterscheiden Ärzte je nach Verlauf zwischen der trockenen und der feuchten Form. Für beide Augenerkrankungen gab es lange Zeit keine adäquaten Behandlungsmöglichkeiten. Doch für Patienten, die an der aggressiveren feuchten AMD leiden, hat sich die Situation inzwischen gebessert. Denn durch den gezielten Einsatz bestimmter Wirkstoffe (VEGF-Hemmer) schreitet die feuchte AMD seltener bis zur sogenannten Altersblindheit fort.

Was tun bei trockener altersabhängiger Makuladegeneration?

Korb mit Gemüse. Risikofaktoren wie das Rauchen zu minimieren und auf eine gesunde Ernährung zu achten können den Verlauf der trockenen AMD positiv beeinflussen.Anders als für die feuchte AMD gibt es bislang noch keine wirksame Behandlung für die trockene AMD. Dennoch können Sie aktiv dazu beitragen, einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen. Im Mittelpunkt stehen dabei all jene Risikofaktoren, die die AMD negativ beeinflussen können. So empfehlen Augenärzte unter anderem, mit dem Rauchen aufzuhören und mögliches Übergewicht abzubauen. Gleichzeitig gilt es, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Wichtig sind außerdem die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Augenarzt sowie einfache Sehtests für zu Hause. Der Amsler-Gitter-Test kann helfen, mögliche Veränderungen ihrer Netzhaut – zwischen den Besuchen beim Augenarzt – zu erkennen. Allerdings ersetzt er nicht den jährlichen Kontrolltermin bei Ihrem Arzt!

Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration

Bei der Behandlung der feuchten AMD hat sich in den letzten zehn Jahren einiges verändert. Setzten die Augenärzte Anfang des neuen Jahrtausends auf Operationen oder die Laserbehandlung, greifen sie heute vor allem auf medikamentöse Therapien zurück: So empfehlen augenärztliche Fachverbände, d. h. der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands sowie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, an erster Stelle die Gabe spezieller Arzneimittel, die direkt in das Auge gespritzt werden [1]. Diese Arzneimittel, sogenannte VEGF-Hemmer, unterdrücken die Bildung neuer, brüchiger Gefäße bei der feuchten AMD.
Mehr zu VEGF-Hemmern

Photodynamische Therapie (PDT):

Ein Lichtstrahl trifft in das Innere des Auges. Vor der Entdeckung der VEGF-Hemmer gehörte die photodynamische Therapie zum Behandlungsstandard bei der feuchten AMD [2]. Heute kommt sie meist dann in Frage, wenn die Behandlung mit VEGF-Hemmern nicht die gewünschte Wirkung zeigt oder spezielle Formen der feuchten AMD vorliegen [3]. Bei der photodynamischen Therapie spritzt der Arzt zuerst einen lichtempfindlichen Farbstoff in die Armvene. Der Farbstoff gelangt über den Blutkreislauf ins Auge. Dort aktiviert der Arzt den Farbstoff mit kaltem Laserlicht an den gewünschten Stellen, wodurch die krankhaften Blutgefäße in diesen Bereichen verödet werden [4].
Mehr zur photodynamischen Therapie

Andere Therapien: Es gibt zahlreiche weitere medikamentöse oder chirurgische Behandlungsansätze, die zurzeit untersucht werden. Dazu gehören z. B. entzündungshemmende Arzneimittel (Steroide) [5], Bestrahlungen oder chirurgische Ansätze wie die so genannte Makulatransposition [6]. Das Prinzip der operativen Behandlungsansätze besteht darin, die Netzhaut abzulösen und auf nicht geschädigten Bereichen der Aderhaut wieder anzulegen.

Ihr Augenarzt wird Sie über die Behandlungsmöglichkeiten informieren und das für Sie am besten geeignete Verfahren empfehlen.

Quellen:
[1] BVA, DOG: Leitlinie Nr. 21 Altersabhängige Makuladegeneration AMD, (Stand 30.10.2015) http://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/09/Leitlinie-Nr-21-Altersabh%C3%A4ngige-Makuladegeneration-AMD-Stand-30-10-2015.pdf, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[2] Pauleikhoff D, Spital G: Photodynamische Therapie bei der altersabhängigen Makuladegeneration. Deutsches Ärzteblatt 2005; 102: A-3186.
[3] Pauleikhoff D, Bornfeld N, Gabelo VP et al.: Konsensuspapier der Retinologischen Gesellschaft der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte – Stellungnahme zur aktuellen Therapie der neovaskulären AMD. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 2005; 222: 381–388.
[4] Wachtlin J, Stroux A, Wehner A et al.: Photodynamic therapy with verteporfin for choroidal neovascularisations in clinical routine outside the TAP study. One- and two-year results including juxtafoveal and extrafoveal CNV. Graefe´s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology 2005; 243: 438–445.
[5] Comer GM, Ciulla TA, Heier JS et al.: Future pharmacological treatment options for nonexudative and exudative age-related macular degeneration. Expert Opinion on Emerging Drugs 2005; 10: 119–135.
[6] Schmidt JC, Meyer CH, Mennel S et al.: Makulatransposition als Therapieoption bei subfovealer Neovaskularisation. Spektrum der Augenheilkunde 2004; 18: 180–184.