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Die Messung des Augeninnendrucks bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD)

Ein erhöhter Augeninnendruck gilt als typisches Alarmsignal für grünen Star (Glaukom) – mit der Entstehung einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) hat er eigentlich nichts zu tun. Allerdings ähneln sich die durch das Glaukom oder durch eine AMD hervorgerufenen Sehstörungen häufig. In einigen Fällen kann die Behandlung einer AMD auch den Augeninnendruck erhöhen. Daher kann sowohl bei der ersten Untersuchung als auch im Verlauf der Behandlung eine Messung des Augeninnendrucks notwendig sein.

Was ist der Augeninnendruck?

Das Innere des Auges wird hauptsächlich vom Glaskörper ausgefüllt. Dabei handelt es sich um eine geleeartige Masse, die dem Auge Stabilität gibt. Im vorderen Bereich des Auges, zwischen Linse und Hornhaut, befindet sich dagegen eine spezielle Flüssigkeit, das so genannte Kammerwasser. Diese Flüssigkeit enthält Nährstoffe, um beispielsweise die Hornhaut zu versorgen. Von ihrer Menge hängt der Augeninnendruck ab. Das Kammerwasser wird im Bereich der Aufhängung der Linse gebildet und gelangt zwischen Iris und Augenlinse (Hinterkammer) durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges. Von dort fließt es über den sogenannten Kammerwinkel in Blutgefäße ab.

Zeichnung eines Auges im Querschnitt

Die Produktion und der Abfluss des Kammerwassers befinden sich normalerweise im Gleichgewicht, so dass der Augeninnendruck konstant bleibt. Bei Gesunden liegt der Wert zwischen 10 und 21 mmHg (gemessen in Millimeter Quecksilbersäule) [1]. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Wert können verschiedene Bereiche des Auges, insbesondere den Sehnerv, schädigen.

Zwei Varianten, um den Augeninnendruck zu messen

Einen ersten Eindruck gewinnt Ihr Augenarzt, wenn er das geschlossene Auge vorsichtig betastet. So kann er den Augeninnendruck grob abschätzen. Um genaue Druckwerte zu bestimmen, nutzt er vor allem zwei technische Methoden:

Messung mit Luftstoß: Bei dieser Messmethode pustet ein spezielles Gerät einen genau festgelegten leichten Luftstoß ins Auge. Das Gerät misst, wie stark sich die Hornhaut durch diesen Luftstoß verformt, und errechnet dadurch den Augeninnendruck. Der Luftstoß fühlt sich ganz kurz etwas unangenehm an, eine Betäubung des Auges ist für diese Untersuchung jedoch nicht erforderlich [1]. Wenn mit dieser Methode verdächtige Werte auftreten, wird der Arzt in der Regel eine detailliertere Untersuchung durchführen: die Messung nach Goldmann [2].

Messung nach Goldmann: Bei dieser Untersuchungsmethode betäubt der Arzt die Augen zunächst mit einem örtlichen Betäubungsmittel, das zusätzlich einen gelblichen Farbstoff enthält. Danach setzt er einen sauberen, im Durchmesser etwa 3 mm großen blauen Messstempel vorsichtig auf das Auge. Mit Hilfe des gelblichen Farbstoffes kann der Arzt nun genau bestimmen, wie viel Druck notwendig ist, um die Hornhaut ganz leicht zu verformen [1]. Das klingt weit unangenehmer als es ist. Denn dank der Betäubung spüren Sie normalerweise nichts von der Untersuchung – außer vielleicht einer kurzen Irritation, wenn sich der Stempel dem Auge nähert. Derzeit ist die Messung nach Goldmann die genaueste Methode, um den Augeninnendruck zu bestimmen [2].

Quellen:
[1] http://www.portal-der-augenmedizin.de/behandlungen/allgemeine-untersuchungen/augendruckmessung/augeninnendruck-augendruckmessung.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[2] http://www.auge-online.de/Diagnostik/Augeninnendruck/hauptteil_augeninnendruck.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.