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Häufige Fragen

Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und zur Behandlung mit Medikamenten (VEGF-Hemmer). Wenn Sie sich hiermit einen Überblick verschaffen, können Sie Ihrem Augenarzt eigene Fragen ganz gezielt stellen.

  • Ursachen

  • Warum habe ich eine feuchte AMD bekommen?

    Es gibt eine ganze Reihe an Risikofaktoren, die dazu beitragen, dass eine AMD entsteht. So belegen Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen, dass sich die statistische Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer AMD durch Risikofaktoren erhöhen kann. In den meisten Fällen ist eine Kombination verschiedener Faktoren wahrscheinlich. Ein Hauptfaktor ist die Vererbung (Genetik) – Ihr Risiko für eine AMD ist dreimal höher als bei der übrigen Bevölkerung, wenn andere Familienangehörige eine AMD haben. Derzeit wird viel geforscht, um das verantwortliche Gen oder die Gene für eine AMD zu identifizieren, und um herauszufinden, warum einige Menschen AMD bekommen und andere nicht. Es gibt weitere Faktoren, die dazu beitragen, dass sich eine AMD entwickelt. Wahrscheinlich sind das Alter und Lebensgewohnheiten wie das Rauchen, die Ernährung und starke Sonneneinstrahlung daran beteiligt, oder auch Bluthochdruck. Leider gibt es auf diese Frage bisher keine eindeutige Antwort.
  • Ist die Makuladegeneration erblich bedingt?

    Die AMD kommt üblicherweise bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr vor. Es gibt wissenschaftliche Belege, dass in fast drei von vier Fällen die Gene eine Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankung spielen. Deshalb kann das Risiko für eine AMD bei Angehörigen von AMD-Betroffenen dreimal höher sein als in Familien ohne AMD. Zwar gibt es bei der AMD eine starke genetische Komponente, aber vermutlich entsteht die AMD aufgrund einer Kombination vieler Faktoren. Hierzu zählen erbliche Genveränderungen genauso wie Umweltfaktoren. Zu den letzteren gehören Sonnenexposition sowie Ernährung und Rauchen. Wie Studien gezeigt haben, kann eine gesunde Ernährung dazu beitragen, das Risiko für eine AMD zu verringern.
  • Prognose

  • Ist die AMD heilbar?

    Derzeit kann weder die trockene noch die feuchte AMD geheilt werden.
  • Werde ich erblinden?

    Die Makuladegeneration führt in sehr seltenen Fällen zur vollständigen Erblindung. Die AMD betrifft nur das zentrale Gesichtsfeld und verursacht somit eine „zentrale Blindheit“. Denn obwohl durch die AMD Ihr zentrales Sehvermögen stark beeinträchtigt sein kann, bleibt Ihr peripheres Sehvermögen erhalten. Sie können „aus den Augenwinkeln heraus“ also immer noch sehen.
  • Wie stark kann mein Sehvermögen beeinträchtigt werden?

    Die meisten Patienten mit einer AMD-bedingten Einschränkung des Sehvermögens kommen im Alltag ganz gut klar. Sie können sich in der Umgebung zurechtfinden, sich anziehen und das Essen zubereiten. Bei einigen Patienten (hauptsächlich jene mit feuchter AMD) ist der Sehverlust allerdings größer.
  • Bekomme ich die AMD nur in einem Auge oder betrifft sie immer beide Augen?

    Obwohl es möglich ist, dass die Makuladegeneration zunächst nur einseitig auftritt, können beide Augen betroffen sein, wenn die Krankheit fortschreitet.
  • Risiko und Vorbeugung

  • Ich habe nur in einem Auge eine feuchte AMD. Wie hoch ist das Risiko auch im anderen Auge eine feuchte AMD zu entwickeln?

    Wenn Sie in einem Auge eine feuchte AMD haben, so ist das Risiko im anderen Auge ebenfalls eine feuchte AMD zu entwickeln eindeutig höher. Allerdings verläuft die AMD bei jedem Menschen anders. Ungefähr 45 % der Patienten mit einer feuchten AMD in einem Auge bekommen innerhalb von 5 Jahren ebenfalls im anderen Auge eine feuchte AMD [1]. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie Ihr Sehvermögen mithilfe des Amsler-Gitters regelmäßig auf eventuelle Veränderungen prüfen.
  • Was kann ich tun, um mein Sehvermögen zu schützen?

    Wenn Sie eine feuchte AMD haben und Ihnen Ihr Arzt zu einer Behandlung rät, sollten Sie nicht lange abwarten und Ihre Behandlungstermine nicht versäumen oder hinauszögern. Auch nach der Behandlung ist es erforderlich, dass Sie Ihre Augen regelmäßig kontrollieren lassen, um erneute Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Raucher haben ein höheres Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung als Nichtraucher. Es ist also sehr empfehlenswert, das Rauchen aufzugeben.
  • Wenn ich in meinem anderen Auge bisher nur eine trockene AMD habe, kann ich mich vorbeugend verhalten, um die Entwicklung zu einer feuchten AMD zu verhindern oder zu verzögern?

    Wenn Sie im anderen Auge eine trockene AMD haben, sollten Sie auch dieses Auge von Ihrem Augenarzt mindestens einmal jährlich untersuchen lassen. Er wird hierzu Ihre Pupille mit Augentropfen weit stellen und prüfen, wie der Stand Ihrer AMD ist, aber auch andere Augenerkrankungen berücksichtigen. Es kann sein, dass Ihr Augenarzt Ihnen rät, das Rauchen aufzugeben, falls Sie Raucher sind. Oder er kann Ihnen Hinweise geben, welche Nahrungsmittel bei einer AMD besonders günstig sind. Da eine trockene AMD sich jederzeit zu einer feuchten AMD entwickeln kann, sollten Sie Ihr Sehvermögen regelmäßig mit dem Amsler-Gitter prüfen. Dieser Schnelltest ist am besten für Menschen geeignet, die noch ein gutes Sehvermögen in der Mitte des Gesichtsfeldes haben.
  • Kann ein Wechsel meiner üblichen Brillengläser helfen?

    Nein. Eine Brille verbessert das Sehvermögen, indem sie Ihre Linse, die sich im Augenvordergrund befindet, bei der Fokussierung des Bildes auf der Netzhaut (Retina) unterstützt. Die Netzhaut befindet sich im Augenhintergrund. Wenn die Netzhaut geschädigt ist (wie bei einer feuchten AMD), kann kein Brillenglas vor Ihrem Auge eine „gutes Bild“ machen, egal wie stark die Gläser sind.
  • Sollte ich auf bestimmte Anzeichen achten und meinen Arzt informieren, falls diese auftreten?

    Sie selbst können dazu beitragen, dass Ihre Augenveränderungen frühzeitig erkannt und so früh wie möglich behandelt werden. Sie sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen und Ihren Augenarzt sofort kontaktieren, wenn Sie plötzlich Änderungen Ihres Sehvermögens bemerken. Eine Möglichkeit, Veränderungen der Sehkraft frühzeitig zu bemerken, ist der regelmäßige Selbsttest mit dem Amsler-Gitter. Sie sollten allerdings auf alle Änderungen Ihres Sehvermögens achten. Hierzu zählen plötzlich auftretende Schwierigkeiten beim Lesen, vor allem bei dämmrigen Lichtverhältnissen, oder verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig oder schief, Gegenstände scheinen irgendwie verzerrt zu sein) sowie ein dunkler Fleck in der Mitte des Sehfeldes.
  • Haben meine Angehörigen ein erhöhtes Risiko, eine AMD zu entwickeln?

    Ein direkter Angehöriger eines Patienten mit AMD hat ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an einer AMD zu erkranken. Verschiedene Risikofaktoren, die eine AMD begünstigen können, sind bekannt. Einige davon sind beeinflussbar, andere dagegen nicht. Zu den Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind, zählen:

    • Geschlecht: Frauen haben ein höheres Risiko, eine AMD zu entwickeln, als Männer.
    • Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter von 8,5 % bei Menschen zwischen 43 und 54 Jahren auf bis zu 30 % bei über 75-Jährigen.
    • Vererbung: War oder ist ein direkter Verwandter von einer AMD betroffen, steigt auch Ihr Risiko, an einer AMD zu erkranken (sogenannte genetische Komponente). Das Risiko ist innerhalb der Familie (Eltern und Geschwister) bis zu dreimal höher im Vergleich zu nicht betroffenen Familien.
  • Kann man einer AMD vorbeugen, auch wenn man hierfür ein erhöhtes familiäres Risiko hat?

    Es gibt vieles, was Sie zum Schutz Ihres Sehvermögens aktiv tun können, auch wenn ein erhöhtes familiäres Risiko besteht:

    • Rauchen: Rauchen verdreifacht das Risiko an einer AMD zu erkranken [2]. Außerdem erkranken Raucher früher an einer AMD als Nichtraucher.
    • Ernährung: Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Ernährung bei AMD eine große Rolle spielen kann. Sie können einen Ernährungsberater konsultieren, der die Bedeutung von Antioxidanzien, Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen erklärt und praktische Ratschläge gibt, wie man seine Ernährung umstellt, um das Risiko für eine AMD zu mindern. Reich an Antioxidanzien ist Gemüse wie z. B. rohe Karotten, Rosenkohl, rohe Kohlsorten, roher Spinat, Mais, Brokkoli, grüne Erbsen, grüne Bohnen, Tomaten, Salat. Deshalb wird empfohlen, sich ausgewogen zu ernähren und auf einen hohen Anteil an grünem Blattgemüse und orange Gemüsesorten zu achten.
    • Übermäßige Sonneneinstrahlung: Auch wenn der Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und Entstehung einer AMD noch nicht endgültig nachgewiesen ist, kann man bei übermäßiger Sonnenexposition ein erhöhtes Risiko für eine AMD haben.
    • Übergewicht: Menschen über 60 Jahre mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für eine AMD. Natürlich können Sie nicht alle Risikofaktoren vermeiden, es wäre allerdings von Vorteil, den Lebensstil zu ändern, um so das Risiko für eine AMD zu senken.
  • Untersuchungen

  • Welche Untersuchungen macht mein Augenarzt möglicherweise?

    Ihr Augenarzt kann eine OCT (optische Kohärenztomographie) machen oder veranlassen. Mit einem schwachen Laserlicht wird hierbei die Netzhaut abgetastet, Veränderungen der Netzhaut sind hiermit einfach feststellbar. Die Untersuchung dauert nicht lange. Sie sitzen vor dem Gerät, und Ihr Kopf wird mit einer Vorrichtung leicht fixiert, damit Sie bei der Untersuchung nicht wackeln. Dann wird Ihr Augenarzt mit einer speziellen Kamera Aufnahmen vom Inneren Ihrer Augen machen, die mithilfe eines Computers sichtbar sind.

    Eine weitere Untersuchungsmethode ist die sogenannte Fluoreszenzangiografie. Dabei wird ein harmloses Kontrastmittel (Farbstoff: Fluoreszein oder Indocyaningrün) in Ihre Armvene gespritzt. Über den Blutkreislauf gelangt der Farbstoff in das Gefäßsystem des Auges. Mit einem speziellen Licht angeregt, leuchtet der Farbstoff. Dadurch wird die Durchblutung im Auge sichtbar. Mögliche krankhafte Veränderungen kann der Augenarzt nun genau erkennen. Ähnlich wie die OCT wird diese Untersuchung nicht von jedem Augenarzt angeboten. Meist wird sie zusätzlich zur OCT durchgeführt, um noch besser und genauer beurteilen zu können, wie sich die Blutgefäße in der Netzhaut verändert haben. Beide Untersuchungen sind nur wenig zeitaufwendig und verursachen lediglich ein etwas unangenehmes Gefühl.
  • Welche Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt?

    Die übliche Untersuchung des Augenhintergrundes mit der Spaltlampe wird von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Die OCT (Optische Kohärenztomografie) wird zurzeit vor allem als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (kurz IGeL) angeboten. Die Höhe der Kosten kann sich von Arztpraxis zu Arztpraxis unterscheiden. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für solche IGeL-Leistungen. Allerdings gibt es Regionen, in denen die Krankenkassen die Kosten für die Durchführung einer OCT tragen. Sprechen Sie daher Ihre Krankenkasse im Vorfeld an: Sie berät Sie gerne darüber, welche Leistungen Sie im Einzelfall erhalten können bzw. welche von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Behandlung

  • Wie kann eine trockene AMD behandelt werden?

    Für die trockene AMD gibt es derzeit keine Therapie, mit der die Erkrankung direkt behandelt bzw. geheilt werden kann. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass die bewusste Ernährungsumstellung und die Zufuhr bestimmter Nährstoffe das stetige Fortschreiten der trockenen AMD verlangsamen kann. Wer sich nach den Empfehlungen zur gesunden Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) [3] ernährt, versorgt sich und seine Augen normalerweise mit allen wichtigen Schutzstoffen in ausreichender Menge. Bei der AMD liegt aber häufig ein Mangel, z. B. an Lutein, vor. Daher kann es sinnvoll sein, den Speiseplan mit vielen luteinreichen Lebensmitteln (Beispiele) zu ergänzen oder in Rücksprache mit dem Arzt speziell zugeschnittene, sogenannte ergänzend bilanzierte Diäten (Fertigpräparate) einzunehmen.

    Weitere Maßnahmen, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern können:

    • Verzichten Sie aufs Rauchen
    • Schützen Sie Ihre Augen vor Sonnenlicht
    • Halten Sie Blutdruck und Blutzucker möglichst im normalen Bereich
  • Wie kann eine feuchte AMD behandelt werden?

    In den letzten Jahren hat sich die so genannte Anti-VEGF-Therapie mittels Spritze in das Auge als Standardbehandlung etabliert. Dabei wird das Arzneimittel, ein sogenannter VEGF-Hemmer, direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Zwei Dinge geschehen gleichzeitig: Die krankhaften Blutgefäße werden abgedichtet, und das Wachstum neuer Gefäße wird gehemmt. So „trocknet“ das Ödem aus. Weitere Einblutungen und Flüssigkeitsansammlungen werden weitgehend verhindert.

    Die Ankündigung, eine Spritze ins Auge zu bekommen, löst oft Verunsicherung aus. Normalerweise beschreiben die behandelten Patienten den Eingriff aber als nahezu schmerzfrei, da das Auge vorab örtlich betäubt wird.
  • Wird die Behandlung mit einem VEGF-Hemmer von meiner Krankenkasse gezahlt?

    Bezüglich der Kostenübernahme der Anti-VEGF-Therapie sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen, bevor Sie sich von einem Augenarzt damit behandeln lassen.
  • Was passiert, wenn ich mir keine Injektionen mehr geben lasse?

    Die feuchte AMD ist eine chronische Erkrankung. Es ist deshalb wichtig, die Behandlung solange fortzusetzen, wie es Ihr Arzt empfiehlt, um eine weitere Verschlechterung Ihres Sehvermögens zu verzögern. Wenn Sie einen Termin versäumen, sollten Sie sobald wie möglich einen neuen Termin vereinbaren. Wenn Sie die Absicht haben, mit der Anti-VEGF-Therapie aufzuhören, besprechen Sie dies bitte bei Ihrem nächsten Termin mit Ihrem Augenarzt. Ihr Arzt kann sie beraten und entscheiden, wie lange die Behandlung fortgeführt werden sollte. Da die Erkrankung bei jedem Patienten anders verläuft, wird Ihr Augenarzt Sie hierzu genauer beraten.
Quellen:
[1] Gregor Z, Bird AC, Chisholm IH: Senile disciform macular degeneration in the second eye. Br J Ophthal 1977; 61: 141–147.
[2] Seddon JM, Willett WC, Speizer FE, Hankinson SE.: A prospective study of cigarette smoking and age-related macular degeneration in women. JAMA 1996; 276: 1141–1146.
[3] http://www.dge.de/modules.php?name=St&file=vollwert, zuletzt besucht am 07.05.2019.