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Risikominderung bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Warum erkrankt jemand an einer altersabhängigen Makuladegeneration – und ein anderer nicht? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Denn es gibt mehrere Antworten darauf. So haben Mediziner in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen verschiedene Risikofaktoren ermittelt, die eine altersabhängige Makuladegeneration auslösen oder zumindest begünstigen können. Sie unterscheiden zwischen den Faktoren, die wir nicht ändern können, und jenen, auf die wir Einfluss haben.

Im Mittelpunkt stehen dabei das Alter und Geschlecht, aber auch die von den Eltern und Großeltern mitgegebenen Gene; außerdem spielen das Rauchen, Sonnenlicht und die Ernährung eine gewichtige Rolle. Allerdings trägt nie einer dieser Faktoren allein die Schuld an der Erkrankung – und auch eine bestimmte Ernährungs- oder Lebensweise kann eine AMD nicht sicher verhindern oder die Krankheit sogar heilen. Möglicherweise lässt sich jedoch dadurch das Risiko, daran zu erkranken, senken. Dazu haben wir einige Tipps zusammengestellt.

Bitte beachten Sie: Sollte Ihr Augenarzt bereits eine trockene AMD bei Ihnen festgestellt haben, steigt das Risiko zusätzlich, auch an der feuchten AMD zu erkranken. Das gilt es zu vermeiden beziehungsweise hinauszögern. Dazu haben wir sechs Faustregeln zusammengestellt, die Sie dabei unterstützen können. Allerdings ersetzen sie nicht den regelmäßigen Kontrollbesuch bei Ihrem Augenarzt.

Verzichten Sie aufs Rauchen

Zwei Hände zerbrechen eine Zigarette

Wie bei zahlreichen anderen Erkrankungen schadet Rauchen auch unserem Augenlicht. So ist das Risiko, an einer AMD zu erkranken, für Raucher bis zu dreimal so hoch wie für Nichtraucher [1]. Und selbst wenn Sie bereits an einer trockenen AMD leiden, macht es Sinn, sich von den Glimmstängeln zu verabschieden. Denn durch den Verzicht können Sie hinauszögern oder möglicherweise sogar vermeiden, dass eine trockene AMD in die aggressive feuchte altersabhängige Makuladegeneration übergeht.

Schützen Sie Ihre Augen vor starkem Sonnenlicht

Ältere Dame mit Hut und Sonnenbrille

Das Auge reagiert empfindlich auf Sonnenlicht, denn die Sonne sendet neben dem sichtbaren Licht auch unsichtbare gefährliche Strahlen, wie z. B. die UV-Strahlen, aus. Die Makula ist gegenüber dieser Strahlung besonders sensibel. Treffen Licht und Sauerstoff im Auge aufeinander, entstehen sogenannte „Freie Radikale“. Das sind chemisch äußerst aggressive Substanzen, welche die Lichtsinneszellen schädigen können. Zusätzlich führen auch andere Umweltfaktoren, wie z. B. Rauchen oder schlechte Ernährung, zur Bildung freier Radikale. Übrigens sind blaue Augen empfindlicher gegenüber dem Sonnenlicht als braune Augen, weil sie weniger Schutz vor schädlichem ultraviolettem Licht bieten.

Essen Sie „augengesund“

Eine Gruppe verschiedener Lebensmittel: Lachs, Brokkoli, Olivenöl und Zitrone

Übergewicht, eine einseitige Ernährung und hohe Blutfettwerte (Cholesterin) können das AMD-Risiko ebenfalls erhöhen. So beugt eine ausgewogene und kalorienangepasste Ernährung Übergewicht vor – und damit einem weiteren Risikofaktor für AMD. Anders als im Volksmund üblich, sind nicht unbedingt die Karotten, sondern grünes Gemüse und fetter Fisch besonders „augengesund“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, www.dge.de) hat dazu allgemeine Empfehlungen abgegeben. Einige davon haben wir für Sie unter dem Navigationspunkt Ernährung zusammengestellt.

Behalten Sie Begleiterkrankungen gut im Blick

Auch wenn es für Viele nicht direkt auf der Hand liegt: Bluthochdruck und Diabetes mellitus zählen ebenso zu den Risikofaktoren für eine altersabhängige Makula-Degeneration. Sind der Blutdruck oder der Blutzucker über lange Zeit erhöht, leiden auch die Blutgefäße der Netzhaut – und damit auch die Sehkraft. Nehmen Sie daher – neben Ihren regelmäßigen Besuchen beim Augenarzt die Kontrolltermine bei anderen behandelnden Fachärzten wahr.

Achten Sie auch auf kleine Veränderungen Ihrer Sehleistung

Selbst kleine Sehstörungen, die Sie im alltäglichen Leben nur wenig beeinträchtigen oder die nur hin und wieder auftreten, können bereits ein Anzeichen für Netzhautveränderungen sein. Warten Sie dann nicht bis zur nächsten Kontrolluntersuchung beim Augenarzt, sondern vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Termin! Denn gerade bei der aggressiven feuchten Variante der AMD kann sich unser Sehvermögen innerhalb weniger Wochen verschlechtern. Testen Sie daher regelmäßig Ihr Augenlicht mit dem Amsler-Gitter-Test. Doch bitte beachten Sie: Dieser einfache Selbsttest gibt erste Hinweise, ob sich Ihre Sehleistung verändert. Er ersetzt jedoch nicht den regelmäßigen Besuch beim Augenarzt.

Gehen Sie regelmäßig zur Augen-Vorsorge

Je früher die AMD, und insbesondere ihre aggressive Variante, die feuchte AMD, erkannt und behandelt wird, desto besser stehen Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Doch gerade hier spielen uns unsere Augen einen Streich: Denn unsere Augen unterstützen sich gegenseitig – verschlechtert sich die Sehleistungen des einen, gleicht das andere Auge den Verlust vorläufig aus. Erst wenn beide betroffen sind, bemerken wir in der Regel die Sehstörung. Daher ist es so wichtig, dass Sie die jährliche AMD-Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Aus dem gleichen Grund sollten übrigens Selbsttests, wie das oben genannte Amsler-Gitter, für jedes Auge einzeln durchgeführt werden – decken Sie also immer das andere Auge ab.

Quellen:
[1] Seddon JM, Willett WC, Speizer FE, Hankinson SE: A prospective study of cigarette smoking and age-related macular degeneration in women. JAMA 1996; 276: 1141–1146.