Sie sind hier:

Vorsorgeuntersuchung des Auges zur Früherkennung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko, an einer Augenerkrankung wie der altersabhängigen Makuladegeneration zu erkranken. Kommen weitere Risiken hinzu, wie z. B. das Geschlecht oder eine AMD-Erkrankung bei Eltern oder Großeltern, ist der regelmäßige Besuch beim Augenarzt Pflicht: Nur so können Veränderungen an der Netzhaut frühzeitig entdeckt und, wenn nötig, auch behandelt werden.

Denn während unsere Augen eher plötzliche Veränderungen als Alarmsignal wahrnehmen, verläuft eine AMD schleichend und quasi unbemerkt. Möglich wird dies durch eine außergewöhnliche Leistung unseres Gehirns: Unsere Augen sind so programmiert, dass sie die Schwächen des anderen Auges über einen längeren Zeitraum ausgleichen. Die Folge: Wir merken die Erkrankung erst dann, wenn auch das gesunde Auge betroffen ist. Genau das gilt es aber zu vermeiden. Denn je früher eine AMD entdeckt und behandelt wird, desto höher ist die Chance, dass sich die krankhaften Veränderungen wieder zurückbilden [1].

AMD-Vorsorgeuntersuchungen am Auge ab 60

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) empfiehlt jährliche AMD-Vorsorgeuntersuchungen ab dem 60. Lebensjahr [2]. Diese AMD-Vorsorgeuntersuchungen umfassen unter anderem [2]:

Weitere Untersuchungen, wie die Fluoreszenz-Angiographie oder die Optische Kohärenztomographie, kommen meistens nur dann infrage, wenn der Arzt bei den Augenuntersuchungen Auffälligkeiten bemerkt.

Wer zahlt die AMD-Vorsorgeuntersuchungen?

Die AMD-Vorsorgeuntersuchung gehört derzeit noch zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Das heißt, dass Kassenpatienten diese Untersuchung selbst bezahlten müssen – je nach Praxis meist zwischen 20 und 30 Euro. Falls der Arzt dabei eine AMD feststellt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen normalerweise die Kosten für die dadurch entstehenden Folgeuntersuchungen. Sind bereits Risikofaktoren, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Zuckererkrankung, bekannt, gibt es für Kassenpatienten in der Regel keine Probleme mit der Kostenübernahme. Am besten sprechen Sie die Kostenfrage vor der Untersuchung kurz bei Ihrem Arzt an.

Quellen:
[1] Heimes B, Lommatzsch A, Zeimer M, Gutfleisch M, Spital G, Dietzel M, Pauleikhoff D. Long-term visual course after anti-VEGF therapy for exudative AMD in clinical practice evaluation of the German reinjection scheme. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2011;249: 639–44.
[2] http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/gesunde-augen/gute-sicht-im-alter/die-wichtigsten-vorsorgeuntersuchungen.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.