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Laserbehandlung beim diabetischen Makulaödem (DMÖ)

Die Laserbehandlung (auch Laserkoagulation genannt) gilt bei vielen Fällen des diabetischen Makulaödems (DMÖ) als Standardbehandlung [1,2]. Bei diesem Verfahren bestrahlt der Arzt geschädigte Netzhautbereiche gezielt mit energiereichem, zumeist grün-blauem Laserlicht. Im Auge absorbiert das so genannte retinale Pigmentepithel dieses Licht, wodurch sich die Netzhaut im bestrahlten Bereich kurzzeitig stark erwärmt. Die Folge: Unerwünschte neue Blutgefäße werden verödet, undichte Gefäße verschlossen. In der Regel lasert der Augenarzt mehrere kleine punktförmige Bereiche – manchmal auch mehrmals innerhalb weniger Wochen.

Effekte der Laserbehandlung

Die Laserbehandlung führt zu zwei Effekten: Durch die zerstörten Zellen im gelaserten Bereich sinkt der Sauerstoffverbrauch in der Netzhaut. Das Gewebe bildet weniger von dem Wachstumsfaktor VEGF und sendet somit auch weniger Signale aus, die die Bildung neuer Blutgefäße veranlassen. Gleichzeitig verringert sich die Durchlässigkeit der vorhandenen Blutgefäße, so dass die Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) in der Netzhaut abnimmt.

Die zunächst hilfreiche Zerstörung von Netzhautzellen ist zugleich der wichtigste Nachteil der Laserkoagulation. Die gelaserten Netzhautbereiche haben allerdings nur einen geringen Durchmesser von etwa 0,1 mm. Bei zurückhaltender Anwendung überwiegt daher der Nutzen der Behandlung.

Laserbehandlungen können dazu führen, dass sich die Sehfähigkeit infolge eines DMÖ nicht weiter verschlechtert oder sich der Prozess zumindest verlangsamt. In neueren Studien wurden teilweise geringe Verbesserungen der Sehkraft festgestellt. Diese traten aber erst mehrere Monate nach der Behandlung ein [3].

Grenzen der Laserbehandlung

Bei der Lasertherapie handelt es sich um ein gewebezerstörendes Behandlungsverfahren. Wenn der Arzt größere Netzhautflächen behandelt oder die Therapie häufig wiederholt werden muss, beeinflusst dies mitunter auch die Sichtverhältnisse der Patienten. Sie verspüren dann beispielsweise Einschränkungen des Gesichtsfeldes, können bei Dunkelheit und Dämmerung schlechter sehen und Farben nicht mehr so gut erkennen. Um derartige Sehbeeinträchtigungen zu vermeiden, sollte die Laserkoagulation daher nicht beliebig oft wiederholt werden.

Wie wird die Laserkoagulation durchgeführt?

Die Laserkoagulation erfolgt üblicherweise ambulant. Dafür betäubt der Arzt das Auge zunächst mit Tropfen. Anschließend platziert er eine spezielle Lupe, ein so genanntes Kontaktglas, auf dem Auge. Damit kann er krankhafte Veränderungen an der Netzhaut erkennen und mit dem konzentrierten Lichtstrahl des Lasers behandeln.

Für welche Form der Lasertherapie sich der Arzt entscheidet, hängt vom Ausmaß des diabetischen Makulaödems ab. Bei einem örtlich begrenzten (fokalen) DMÖ empfiehlt sich eine gezielte Laserkoagulation der einzelnen Netzhautveränderungen.

Sind die krankheitsbedingten Veränderungen eines DMÖ hingegen über die Netzhaut verteilt und fließen zusammen, ohne dass sich einzelne Erkrankungsherde ausmachen lassen
(diffuses DMÖ), kommt eher eine gitterförmige, so genannte Grid-Laserkoagulation in Frage. Dabei setzt der Arzt mit dem Laser mehrere Behandlungspunkte in einem Gittermuster (Grid) über die betroffenen Netzhautbereiche.

Drei Monate nach einer Laserkoagulation sollten Sie zur Überprüfung des Behandlungserfolgs eine Kontrolluntersuchung durchführen lassen.

Quellen:
[1] BVA, DOG: Diabetische Retinopathie, Leitlinie Nr. 20 (Stand September 2011). http://augeninfo.de/leit/leit20.pdf, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[2] Stellungnahme von BVA, RG und DOG zur Therapie der diabetischen Makulopathie (Stand April 2013). http://www.dog.org/wp-content/uploads/2013/03/Stellungnahme_DM%C3%96_2014_04.pdf, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[3] Elman MJ et al: DRCR.net Studie. Ophthalmology 2011; 118: 609–614.