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Risikofaktoren des diabetischen Makulaödems (DMÖ)

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die dazu beitragen, dass ein diabetisches Makulaödem entsteht oder weiter fortschreitet. Dabei wird zwischen nicht beeinflussbaren und beeinflussbaren Faktoren unterschieden.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren für das DMÖ

Für eine erbliche Veranlagung beim Makulaödem gibt es bisher keine wissenschaftlichen Beweise. Allerdings beeinflussen genetische Faktoren stark, wie anfällig jemand ist, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Beim Diabetes mellitus Typ 1 spielen erbliche Faktoren hingegen kaum eine Rolle [1].

Andere nicht beeinflussbare Faktoren wie z. B. das Alter oder das Geschlecht wirken sich hingegen nicht darauf aus, ob ein Diabetiker an einem Makulaödem erkrankt oder nicht.

Beeinflussbare Risikofaktoren für das DMÖ

Fotos von Würfelzucker, Blutdruckmessgerät und Zigarette. Die Entstehung eines DMÖ wird unter anderem begünstigt durch schlechte Blutzuckereinstellung, einen erhöhten Blutdruck und Rauchen.

Schlechte langfristige Blutzuckereinstellung: Eine schlechte langfristige Einstellung der Blutzuckerwerte erhöht das DMÖ-Risiko. Auskunft über die Qualität der Blutzuckereinstellung liefert der sogenannte Glykohämoglobinwert (HbA1c). Je höher der HbA1c-Wert im Blut, desto größer die Gefahr, an einem diabetischen Makulaödem zu erkranken [2]. Ziel: bei hohen HbA1c-Werten die Blutzuckereinstellung dringend überprüfen und verbessern lassen.

Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie): Auch erhöhte Blutfettwerte steigern das Risiko für Gefäßschäden. Dadurch nimmt das DMÖ-Risiko ebenfalls zu [3]. Hohe Blutfettwerte entstehen oft durch eine ungesunde, zu fettreiche Ernährung. Eine qualifizierte Ernährungsberatung liefert praxisnahe Tipps für gesunden Genuss. Allerdings reicht eine Ernährungsumstellung nicht immer aus. Denn manche Menschen bekommen ihre Blutfettwerte aufgrund einer genetischen Vorbelastung trotz Diät und Sport nicht in den Griff und benötigen daher zusätzlich spezielle Medikamente.

Erhöhter zweiter Blutdruckwert: Die Blutdruckmessung ermittelt immer zwei Werte. Der erste, höhere Wert (systolischer Blutdruck) zeigt den maximalen Druck an, der im Kreislauf herrscht. Der zweite, niedrigere Blutdruckwert (diastolische Blutdruck), gibt hingegen den minimalen Druck an, der im Kreislauf nicht unterschritten wird. Vereinfacht gesagt gilt, dass der untere Blutdruckwert umso niedriger liegt, je elastischer die Blutgefäße sind. Ein erhöhter zweiter Blutdruckwert spricht daher für eher starre Blutgefäße, wie sie z. B. durch diabetische Veränderungen entstehen können. Da solche Veränderungen auch die Augen betreffen, bedeutet ein hoher zweiter Blutdruckwert eine größere Gefahr, an DMÖ zu erkranken [2]. Sport, Ernährung und Medikamente können helfen, den Blutdruck zu senken.

Diabetische Nierenerkrankung: Eine fortgeschrittene Nierenschädigung durch Diabetes erhöht das Risiko für ein DMÖ ebenfalls [2].

Rauchen: Rauchen steigert das Risiko, ein diabetisches Makulaödem zu entwickeln [4]. Denn neben der Zuckerkrankheit schädigt auch das Rauchen die kleinen und großen Blutgefäße. Beide Effekte verstärken sich, begünstigen Gefäßschäden an der Netzhaut und damit ein diabetisches Makulaödem. Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich übrigens jederzeit, da sich die Blutgefäße bereits nach dem ersten rauchfreien Jahr deutlich von der Belastung erholen und der positive Effekt mit der Zeit noch zunimmt.

Quellen:
[1] Warpeha KM, Chakravarthy U. Molecular genetics of microvascular disease in diabetic retinopathy. Eye (Lond) 2003; 17: 305–311.
[2] Klein R, Klein BE, Moss SE, Cruickshanks KJ: The Wisconsin Epidemiologic Study of Diabetic Retinopathy: XVII. The 14-year incidence and progression of diabetic retinopathy and associated risk factors in type 1 diabetes. Ophthalmology 1998; 105: 1801–1815.
[3] Miljanovic B, Glynn RJ, Nathan DM et al.: A prospective study of serum lipids and risk of diabetic macular edema in type 1 diabetes. Diabetes 2004; 53: 2883–2892.
[4] Kramer CK, de Azevedo MJ, da Costa RT et al.: Smoking habit is associated with diabetic macular edema in Type 1 diabetes mellitus patients. J Diabetes Complications 2008; 22: 430.