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Behandlungsmöglichkeiten bei pathologischer Myopie und krankhafter Gefäßneubildung (myope CNV)

Früher blieb stark Kurzsichtigen kaum etwas anderes übrig, als sich ein breit und stabil angelegtes Brillengestell aus Kunststoff oder Horn zuzulegen, in das die erforderlichen dicken Gläser eingepasst werden konnten. Moderne Schliffe ermöglichen mittlerweile weit dünnere Gläser und damit modische Brillen selbst bei starker Kurzsichtigkeit.

Auch Kontaktlinsen oder eine Kombination aus Linsen und Brille sorgen für den richtigen Durchblick. Bei starker Blendempfindlichkeit empfehlen sich sogenannte Kantenfiltergläser, die das UV-Licht und sichtbares blaues Licht aufnehmen.

Laserverfahren (z. B. Lasik) kommen ebenfalls in Betracht, um eine Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Dabei wird die Form der Hornhaut des Auges so angepasst, dass wieder ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht. Dadurch kann unter Umständen auf erheblich schwächere Gläser gewechselt und oft sogar ganz auf eine Brille verzichtet werden.

Komplikationen müssen frühzeitig behandelt werden

Eine besondere Herausforderung stellt die Behandlung von möglichen Folgeschäden der pathologischen Myopie dar. Insbesondere Netzhautveränderungen, wie z. B. krankhafte Gefäßneubildungen (myope CNV), können die Sehkraft gefährden. Um dauerhafte Beeinträchtigungen zu begrenzen, sollte eine myope CNV so früh wie möglich behandelt werden.

Patientin und Augenarzt sitzen sich am Untersuchungsgerät gegenüber.Voraussetzung für eine frühe Behandlung ist das rechtzeitige Erkennen der Netzhautschäden. Hierfür sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt wichtig. Einfache Sehtests für zu Hause, wie z. B. der Amsler-Gitter-Test helfen, mögliche Veränderungen Ihrer Netzhaut zwischen den Besuchen beim Augenarzt zu erkennen. Allerdings ersetzen Selbsttests nicht den jährlichen Kontrolltermin bei Ihrem Arzt!

Behandlung von Blutgefäßneubildungen (myope CNV)

Die krankhaften Gefäßneubildungen werden mit einer Spritze in den Augapfel (intravitreale Injektion) behandelt. Bevor dieses Behandlungsverfahren zur Verfügung stand, kam meist die photodynamische Therapie (PDT) zum Einsatz. Die noch früher häufig angewandte Laserbehandlung (Laserkoagulation) wird heute nicht mehr empfohlen. [1]

Intravitreale Injektion (IVI) von Medikamenten

Bei dieser Behandlung werden spezielle Medikamente direkt in das Auge gespritzt. Diese Arzneimittel, sogenannte VEGF-Hemmer, unterdrücken die Bildung neuer, brüchiger Gefäße bei myoper CNV und verschließen „undichte“ Stellen. Diese Behandlung wird von augenärztlichen Fachgesellschaften heute als bevorzugte Therapie bei myoper CNV empfohlen [1].
Mehr zur Injektionsbehandlung

Photodynamische Therapie (PDT)

Ein Lichtstrahl trifft in das Innere des Auges.Bei der photodynamischen Therapie spritzt der Augenarzt zuerst einen lichtempfindlichen Farbstoff in die Armvene. Über den Blutkreislauf gelangt der Farbstoff ins Auge. Dort kann der Arzt den Farbstoff mit kaltem Laserlicht an den gewünschten Stellen aktivieren, wodurch die krankhaften Blutgefäße verödet werden [2].
Mehr zur photodynamischen Therapie

Ihr Augenarzt wird Sie über die Behandlungsmöglichkeiten informieren und das für Sie am besten geeignete Verfahren empfehlen.

 

Quellen:
[1] Stellungnahme von BVA, RG und DOG zur Therapie der chorioidalen Neovaskularisation bei Myopie (Stand Dezember 2013). http://www.dog.org/wp-content/uploads/2014/01/myope-CNV-12-12-13-mit-neuem-Schema.pdf, zuletzt besucht am 08.05.2019.
[2] Wachtlin J, Stroux A, Wehner A et al.: Photodynamic therapy with verteporfin for choroidal neovascularisations in clinical routine outside the TAP study. One- and two-year results including juxtafoveal and extrafoveal CNV. Graefe’s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology 2005; 243: 438–445.