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Die Messung des Augeninnendrucks bei pathologischer Myopie

Zur Diagnostik bei pathologischer Myopie gehört auch die regelmäßige Messung des Augeninnendrucks. Ein erhöhter Augeninnendruck kann zum sogenannten „grünen Star“ (Glaukom) führen. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für die Entstehung eines Glaukoms. Bei Patienten mit pathologischer Myopie ist die Augeninnendruckmessung aus verschiedenen Gründen wichtig [1]:

  • Sie haben (unabhängig vom Augeninnendruck) ohnehin ein leicht erhöhtes Risiko, an einem Glaukom zu erkranken.
  • Bei der Augenspiegelung sichtbare Hinweise auf ein Glaukom können bei Ihnen leicht übersehen werden. Denn die pathologische Myopie verursacht Veränderungen am Sehnervenkopf, die „rein optisch“ denen bei einem Glaukom ähneln.

Was ist der Augeninnendruck?

Das Innere des Auges wird nahezu komplett vom Glaskörper ausgefüllt. Diese geleeartige Masse gibt dem Augapfel Stabilität. Zwischen Linse und Hornhaut, im vorderen Bereich des Auges, befindet sich dagegen eine spezielle Flüssigkeit – das sogenannte Kammerwasser. Diese Flüssigkeit enthält Nährstoffe, um z. B. die Hornhaut zu versorgen. Von der Menge des Kammerwassers hängt der Augeninnendruck ab. Das Kammerwasser wird im Bereich der Aufhängung der Linse gebildet. Es gelangt dann zwischen Iris und Augenlinse (Hinterkammer) durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges. Von dort fließt es über den sogenannten Kammerwinkel in Blutgefäße ab.

Zeichnung eines Auges im Querschnitt

Produktion und Abfluss des Kammerwassers sind genau geregelt normalerweise schwankt der Augeninnendruck nur wenig. Wird der Augeninnendruck gemessen, erhält man bei Gesunden Werte zwischen 10 und 21 mmHg [2]. Ein zu hoher oder zu niedriger Druck kann das Auge, insbesondere den Sehnerv, schädigen.

Messung nach Goldmann

Es gibt verschiedene Verfahren zur Messung des Augeninnendrucks. Bei pathologischer Myopie soll die Messung nach Goldmann am genauesten sein: Dafür betäubt der Arzt die Augen zunächst mit einem örtlichen Betäubungsmittel, das zusätzlich einen gelblichen Farbstoff enthält. Dann setzt er einen sauberen, etwa 3 mm breiten blauen Mess-Stempel vorsichtig auf das Auge. Mithilfe des gelblichen Farbstoffes kann der Arzt dann genau feststellen, wie viel Druck notwendig ist, um die Hornhaut leicht zu verformen [3].

Das klingt unangenehmer, als es ist: Durch die Betäubung spürt man in der Regel nichts von der Untersuchung. Eventuell gibt es ein kurzes Druckgefühl, wenn der Stempel auf das Auge aufgebracht wird.

 

Quellen:
[1] Nowak K: Die Inspektion des Augenhintergrundes. Teil 8: Besonderheiten bei Myopie und extrem hoher Myopie. DOZ Optometrie 2009; 11: 62-69.
[2] http://www.portal-der-augenmedizin.de/behandlungen/allgemeine-untersuchungen/augendruckmessung/augeninnendruck-augendruckmessung.html, zuletzt besucht am 08.05.2019.
[3] http://flexikon.doccheck.com/de/Applanationstonometrie, zuletzt besucht am 08.05.2019.