Sie sind hier:

Untersuchungen des Auges bei pathologischer Myopie

Wenn Sie oder Ihr Kind stark kurzsichtig sind, werden Sie regelmäßige Besuche beim Augenarzt gewohnt sein: Die Stärke der Kurzsichtigkeit kann sich im Laufe der Jahre ändern und Anpassungen der Brillen- bzw. Kontaktlinsenstärke notwendig machen. Selbst wenn nach einer Laserbehandlung die Brille oder die Linsen nicht mehr nötig sind, gibt es weiterhin wichtige Gründe für augenärztliche Kontrollen: Mögliche Folgeschäden einer pathologischen Myopie, wie z. B. Netzhautablösungen oder eine krankhafte Gefäßneubildung (myope CNV), können sich entwickeln und die Sehkraft vermindern. Werden solche Komplikationen rechtzeitig erkannt, können durch geeignete Behandlungen dauerhafte Beeinträchtigungen des Sehens vermieden oder zumindest gemildert werden.

Ein Arzt und eine Patientin sitzen sich am Untersuchungsgerät gegenüber. Bei den jährlichen Kontrollen kann der Arzt mit Hilfe verschiedener Untersuchungsverfahren Veränderungen am Auge erkennen. Je nachdem, ob etwas auffällig ist, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Am Anfang einer Augenuntersuchung steht natürlich immer ein ausführliches Gespräch, in dem der Arzt Sie nach Ihren Beschwerden fragt.

Einfache Sehtests

Einfache Sehtests, z. B. mit Sehtafeln, dienen dazu, Ihre Sehschärfe (Visus) zu messen und die genaue Ausprägung Ihrer Kurzsichtigkeit zu bestimmen. Auch die Farb- und Kontrastwahrnehmung werden mit Sehtests untersucht.
Mehr zu Sehtests bei pathologischer Myopie

Untersuchung des Augenhintergrundes (Funduskopie/Ophthalmoskopie)

Mit einem speziellen Augenspiegel wird der Augenhintergrund und damit die Netzhaut betrachtet. Bei der pathologischen Myopie können verschiedene Schäden an der Netzhaut auftreten. Die Augenspiegelung gehört zu jeder ausführlichen augenärztlichen Untersuchung.
Mehr zur Augenspiegelung bei pathologischer Myopie

Messung des Augeninnendrucks

Mittlerweile gibt es verschiedene, absolut schmerzfreie Möglichkeiten, den Augeninnendruck zu messen. Ein erhöhter Augeninnendruck richtet auf Dauer Schäden an Netzhaut und Sehnerv an und gilt als Vorbote des grünen Stars (Glaukom). Ein Glaukom kann sich als Folge einer pathologischen Myopie entwickeln.
Mehr zur Augeninnendruckmessung bei pathologischer Myopie

Darstellung von Netzhautgefäßen (Fluoreszenz-Angiographie)

Mit einem speziellen Farbstoff und einer Spezialkamera macht der Arzt die Gefäße der Netzhaut sichtbar. So werden z. B. krankhafte Gefäßneubildungen (myope CNV), die als Spätfolge der pathologischen Myopie entstehen können, noch genauer dargestellt als mit einer Funduskopie.
Mehr zur Fluoreszenz-Angiographie bei pathologischer Myopie

Darstellung der Netzhautschichten (optische Kohärenztomographie)

Die optische Kohärenztomographie (OCT) stellt die einzelnen Schichten der Netzhaut dar. Dadurch kann der Arzt Netzhautveränderungen frühzeitig erkennen – etwa Gefäßneubildungen, Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) oder Einblutungen. Eine OCT gehört derzeit nicht zum klassischen Leistungsspektrum der Krankenkassen – klären Sie die Kostenfrage daher am besten vorab mit Ihrer Kasse.
Mehr zur optischen Kohärenztomographie bei pathologischer Myopie

Quellen:
[1] Stellungnahme von BVA, RG und DOG zur Therapie der chorioidalen Neovaskularisation bei Myopie (Stand Dezember 2013). http://www.dog.org/wp-content/uploads/2014/01/myope-CNV-12-12-13-mit-neuem-Schema.pdf, zuletzt besucht am 08.05.2019.