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Hämodilution bei VAV und ZVV

Hinter einer Hämodilution verbirgt sich eine gezielte Blutverdünnung. Diese Maßnahme basiert darauf, dass die Gerinnungsneigung und die Fließeigenschaften des Blutes eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Venenastverschlusses (VAV) oder eines Zentralvenenverschlusses (ZVV) spielen.

Erfolgt eine Hämodilution innerhalb der ersten Wochen nach dem retinalen Venenverschluss, kann sie die Sehleistung spürbar verbessern. Für Patienten, die zusätzlich an bestimmten anderen Erkrankungen (z. B. einer Herzschwäche) leiden, kommt eine Hämodilution jedoch nicht in Betracht.

Wie wird eine Hämodilution durchgeführt?

Es können zwei Arten der Hämodilution zum Einsatz kommen: Bei der einen Methode wird dem Patienten durch einen therapeutischen Aderlass eine größere Blutmenge abgenommen. Gleichzeitig erhält er über eine Infusion eine entsprechende Flüssigkeitsmenge zurück. Unterm Strich entzieht die Hämodilution dem Blut also Zellen, während der Flüssigkeitsanteil zunimmt. Das macht das Blut dünnflüssiger und die Neigung, Blutgerinnsel zu bilden, nimmt ab. Bei der zweiten Art der Hämodilution wird dieser Effekt durch die Infusion sogenannter Plasmaexpander erreicht. Sie erhöhen den Flüssigkeitsanteil des Blutes, ohne dass Blut abgenommen werden muss.

Meist erfolgen über einen Zeitraum von 6 Wochen mehrere Hämodilutionsbehandlungen hintereinander [1]. Eine Hämodilution führt in der Regel nicht der Augenarzt durch, sondern der Hausarzt oder Internist.

Quellen:
[1] Lang GE, Lang SJ: Venöse und arterielle Gefäßverschlüsse der Netzhaut. Augenheilkunde up2date 2012; 1: 15–32.