Ablauf einer intravitrealen Injektion (IVI)

VEGF-Hemmer oder Steroide (Kortison-ähnliche Arzneimittel) zur Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ) spritzen Augenärzte direkt in den Glaskörper des Auges („intravitreale Injektion“). Dank einer örtlichen Betäubung mit Augentropfen ist das gut erprobte Verfahren in der Regel schmerzfrei – und für den speziell geschulten Augenarzt Routine.

Die Tage vor der Injektion

Ihr Augenarzt wird ein paar Tage vor dem Termin mit Ihnen den genauen Ablauf der Behandlung, den zu erwartenden Behandlungserfolg sowie die Risiken besprechen. Je nach Krankheitsbild oder -stadium kann der Ablauf von dem hier geschilderten Standardablauf abweichen.

Tipps für den Tag der Injektion

Planen Sie mindestens einen halben Tag für die Behandlung ein. Der Arztbesuch dauert ungefähr 1 bis 2 Stunden, die Wartezeiten variieren jedoch je nach Praxis oder Krankenhaus. Erkundigen Sie sich am besten bereits bei der Terminvergabe, wie viel Zeit Sie mitbringen sollten. Planen Sie lieber großzügig, damit Sie entspannt und ruhig in die Behandlung gehen können.

Lassen Sie ihr Auto zu Hause. Für die Behandlung wird der Arzt Ihre Pupillen mit Augentropfen erweitern. Das beeinträchtigt nicht nur Ihre Sehfähigkeit, sondern macht Sie auch besonders blendempfindlich. Da dieser Effekt noch mehrere Stunden nach der Behandlung anhält, sollten Sie weder Auto noch Fahrrad fahren. Lassen Sie sich am besten von Familienmitgliedern oder Freunden aus der Arztpraxis abholen.

Frau mit Sonnenbrille und Hut. Nach der Untersuchung sind Sie sehr blendempfindlich. Tragen Sie am besten eine Sonnenbrille! Nehmen Sie eine Sonnenbrille und/oder einen Hut mit. Ihre Augen sind nach der Behandlung sehr lichtempfindlich. Sogar normales Tageslicht kann als störend empfunden werden.

Schreiben Sie sich Ihre Fragen an den Arzt auf. Wenn nach dem Aufklärungsgespräch noch Fragen auftauchen, schreiben Sie sie auf. Solch ein „Spickzettel“ hilft Ihnen, in einem Arztgespräch vor Behandlungsbeginn alles zu klären, was Ihnen wichtig ist.

Ablauf der Injektion

Sowohl Augenkliniken als auch entsprechend ausgerüstete Praxen führen die Therapie mit VEGF-Hemmern oder Steroiden durch. Für die Behandlung gelten strenge Hygienevorschriften, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich bleibt. Nachdem Sie die Pupillen-erweiternden Augentropfen bekommen haben, wird das Behandlungsteam Sie deshalb in einen speziellen Raum bringen. Eventuell führt Ihr Arzt vor der Behandlung noch einige Untersuchungen oder Tests durch, damit er die aktuelle Situation optimal einschätzen kann.

Danach reinigt er das Auge und die Haut um das Auge mit einer keimabtötenden Flüssigkeit und deckt Ihr Gesicht mit einem speziellen Tuch ab, so dass keine Keime aus der Umgebung in diesen Bereich gelangen können. Anschließend verabreicht der Arzt Ihnen örtlich betäubende Augentropfen. Damit Sie während der Behandlung nicht blinzeln, wird Ihr Auge vorsichtig offengehalten. Das klingt zwar unangenehm, doch dank der Betäubung spüren Sie es kaum. Nun injiziert der Arzt das vorbereitete Medikament mit einer feinen Nadel durch die weiße Augenhaut in den Augapfel. Dabei bemerken Sie möglicherweise ein leichtes Druckgefühl.

Zeichnung: Ein Medikament wird in das Auge gespritzt.

Unmittelbar nachdem der Arzt Ihnen das Medikament gespritzt hat, nimmt er einige Augenuntersuchungen vor, um das Behandlungsergebnis zu überprüfen und mögliche Komplikationen frühzeitig aufzuspüren. Dafür untersucht der Arzt in der Regel den Augenhintergrund (Funduskopie) und kontrolliert den Augeninnendruck.

Nach der Injektion

Am Tag der Behandlung sehen Sie möglicherweise herumfliegende kleine Punkte oder Flecken. Die durch die Tropfen weit gestellte Pupille beeinträchtigt noch einige Stunden lang Ihr Sehvermögen und Ihre Augen reagieren besonders blendempfindlich. Vielleicht bemerken Sie auch eine Rötung der weißen Augenhaut. Das alles ist völlig normal und geht nach wenigen Stunden bis hin zu 3 Tagen wieder zurück.

Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden oder folgenden Symptomen sollten Sie sich jedoch umgehend an Ihren Augenarzt wenden:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  • Austrocknung der Augenoberfläche
  • Lichtblitze, herumfliegende kleine schwarze Punkte, Flecken oder fadenartige Strukturen im Sichtfeld, Farbringe um Lichtquellen oder schwarze Flecken
  • Plötzlicher Verlust des Sehvermögens

Darüber hinaus wird der Arzt Sie wahrscheinlich zu einem Kontrolltermin innerhalb von 1-4 Tagen in die Praxis bestellen.

Quellen:
[1] DOG, RG, BVA: Empfehlung für die Durchführung von intravitrealen Injektionen (IVI). http://cms.augeninfo.de/fileadmin/stellungnahmen/2007_04_empfehlung_ivom.pdf, zuletzt besucht am 07.05.2019.