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Behandlungsmöglichkeiten bei Venenastverschluss (VAV) und Zentralvenenverschluss (ZVV)

Je früher ein Venenastverschluss (VAV) oder ein Zentralvenenverschluss (ZVV) erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, schwerwiegende Folgen der Erkrankung, wie z. B. eine Erblindung, zu verhindern. Die Behandlung des retinalen Venenverschlusses stützt sich dabei vor allem auf folgende Therapieansätze:

  • Hämodilution („Blutverdünnung“), damit das Blut leichter durch die Netzhautgefäße fließen kann
  • Behandlung von Komplikationen, z. B. eines Makulaödems: Gabe von speziellen Medikamenten in das Auge (VEGF-Hemmer oder Kortisonpräparate), Laserbehandlung
  • Risikominimierung: Risikofaktoren vermeiden bzw. ausschalten, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Drei Bilder nebeneinander: Ein Korb mit Gemüse, Hände, die eine Zigarette zerbrechen und zwei ältere Menschen beim Nordic Walking.

Hämodilution

Wenn der Venenverschluss im Auge weniger als sechs Wochen zurückliegt, kommt eine sogenannte Hämodilution („Blutverdünnung“) in Betracht. Diese Behandlung besteht oft aus einem therapeutischen Aderlass und der gleichzeitigen Gabe spezieller Infusionen, die das entnommene Blut durch Flüssigkeit ersetzen. Die Behandlung zielt darauf ab, das Blut besonders flüssig zu halten.
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Medikamentöse Therapie des Makulaödems

Wenn ein Makulaödem auftritt, kommen – unabhängig davon, wie lange der Venenverschluss zurückliegt – Augeninjektionen mit einem sogenannten VEGF-Hemmer oder mit Steroiden (Kortison-ähnlichen Arzneimitteln) in Betracht. Der Augenarzt spritzt die Substanz unter örtlicher Betäubung direkt in den Glaskörper („intravitreal“).
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Steroide gibt es auch in Form eines Implantats. Dieses bleibt für längere Zeit im Glaskörper des Auges.
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Laserbehandlung

In einigen Fällen bieten sich verschiedene Lasertherapien an. Diese Verfahren dienen vor allem dazu, Komplikationen zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden. Dazu zählt z. B. die unerwünschte Neubildung von Blutgefäßen.
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Risikominimierung

Bei einem Venenastverschluss (VAV) oder einem Zentralvenenverschluss (ZVV) kommt es vor allem darauf an, die Ursachen zu bekämpfen. Dadurch verbessert sich zwar nicht das bereits eingeschränkte Sehvermögen, doch die Gefahr eines weiteren Verschlusses sinkt. Ganz wichtig dabei: gut eingestellte Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte sowie ein Augeninnendruck auf Normalniveau und ein nikotinfreies Leben. Außerdem bieten sich in vielen Fällen Medikamente an, die die Gerinnungsneigung des Blutes herabsetzen. Dadurch vermindert sich die Gefahr, dass sich Blutpfropfen (Thromben) bilden oder weiter vergrößern.

Quellen:
[1] Stellungnahme von BVA, RG und DOG zur Therapie des Makulaödems beim retinalen Venenverschluss (Stand Juni 2012). http://cms.augeninfo.de/fileadmin/PDF/1004venenverschluss.pdf, zuletzt besucht am 24.05.2019.
[2] Lang GE, Lang SJ: Venöse und arterielle Gefäßverschlüsse der Netzhaut. Augenheilkunde up2date 2012; 1: 15–32.