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Die Messung des Augeninnendrucks bei VAV und ZVV

Messungen des Augeninnendrucks gehören im Zusammenhang mit einem VAV oder ZVV ebenfalls auf den Untersuchungsplan – und zwar gleich aus zwei Gründen:

  • Zum einen zählt ein erhöhter Augeninnendruck zu den möglichen Ursachen eines Zentralvenenverschlusses (ZVV).
  • Zum anderen bilden sich in den Monaten nach einem VAV oder ZVV manchmal Gefäßwucherungen im vorderen Bereich des Auges, z. B. der Iris (Regenbogenhaut). Diese Wucherungen verhindern mitunter, dass die Flüssigkeit aus dem vorderen Augenbereich ungehindert abfließen kann und führen dadurch ebenfalls zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks.

Was ist der Augeninnendruck?

Der Glaskörper füllt das Innere des Auges beinahe komplett aus. Die geleeartige Masse verleiht dem Augapfel Stabilität. Im vorderen Bereich des Auges (zwischen Linse und Hornhaut) befindet sich hingegen eine spezielle Flüssigkeit, das sogenannte Kammerwasser. Diese Flüssigkeit enthält Nährstoffe, die beispielsweise die Hornhaut versorgen. Von der Menge des Kammerwassers hängt der Augeninnendruck ab. Das Kammerwasser wird im Bereich der Aufhängung der Linse gebildet und gelangt zwischen Iris und Augenlinse (Hinterkammer) durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges. Von dort fließt es über den sogenannten Kammerwinkel in Blutgefäße ab.

Zeichnung eines Auges im Querschnitt

Produktion und Abfluss des Kammerwassers stehen normalerweise im Gleichgewicht, so dass immer ein bestimmter Augeninnendruck vorliegt. Dieser Druck liegt zwischen 10 und 21 mmHg [1]. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Werte können Schäden im Auge anrichten. Ein erhöhter Augeninnendruck ist beispielsweise die häufigste Ursache für den sogenannten grünen Star (bzw. das Glaukom). Dabei wird der Augapfel aufgrund des hohen Drucks in der Vorderkammer gegen die Austrittsstelle des Sehnervs gedrückt. Nervenfasern des Sehnervs können dadurch geschädigt werden oder absterben.

Zwei Methoden zur Messung des Augeninnendrucks

Indem der Arzt Ihre geschlossenen Augen vorsichtig abtastet, kann er den Augeninnendruck bereits grob einschätzen. Um genaue Druckwerte zu erhalten, verwendet er hauptsächlich zwei technische Verfahren:

Messung mit Luftstoß: Bei dieser Methode pustet ein spezielles Gerät einen genau festgelegten sanften Luftstoß ins Auge. Das Gerät ermittelt dann, wie stark sich die Hornhaut durch diesen Luftstoß verformt, und errechnet daraus den Augeninnendruck. Diesen Luftstoß empfinden manche Patienten kurz als etwas irritierend, eine örtliche Augenbetäubung benötigen Sie für diese Untersuchung jedoch nicht [1]. Falls bei diesem Messverfahren Werte außerhalb des Normbereichs auftreten, wird der Arzt üblicherweise eine weitere Untersuchung durchführen: die Messung nach Goldmann [2].

Messung nach Goldmann: Für diese Untersuchungsmethode tropft der Arzt zunächst ein örtliches Betäubungsmittel mit einem gelblichen Farbstoff in das Auge. Dann setzt er vorsichtig einen kleinen Messstempel auf das Auge auf. Mit Hilfe des gelblichen Farbstoffes kann der Arzt nun genau bestimmen, wie viel Druck erforderlich ist, um die Hornhaut ein wenig zu verformen [1]. Aber keine Angst – Sie merken von all dem nichts außer vielleicht einer leichten Irritation. Die Messung nach Goldmann ist zurzeit die genaueste Methode, um den Augeninnendruck zu ermitteln [2].

Quellen:
[1] http://www.portal-der-augenmedizin.de/behandlungen/allgemeine-untersuchungen/augendruckmessung/augeninnendruck-augendruckmessung.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[2] http://www.auge-online.de/Diagnostik/Augeninnendruck/hauptteil_augeninnendruck.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.