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Fluoreszenz-Angiographie zur Darstellung der Netzhautgefäße bei VAV und ZVV

Mit Hilfe einer Fluoreszenz-Angiographie stellt der Arzt die Durchblutung der kleinen Netzhautgefäße dar. Als erstes spritzt er dafür einen grünen Farbstoff (Fluorescein) in Ihre Armvene. Der Farbstoff verteilt sich mit dem Blut in Ihrem Körper und erreicht zügig die Blutgefäße des Auges. Dort macht eine spezielle Kamera das Fluorescein in den Blutgefäßen sichtbar.

Fluoreszenz-Angiographie beim VAV und ZVV

Bei einem Venenastverschluss (VAV) und einem Zentralvenenverschluss (ZVV) fallen nicht-durchblutete Areale im Umkreis des Venenverschlusses und ein kräftiger Farbstoffaustritt aus den gestauten Gefäßen hinter dem Verschluss auf. Je nachdem, wo diese typischen Zeichen auftreten, unterscheiden Augenärzte zwischen den beiden Formen des retinalen Venenverschlusses (RVV) [1].

Die weiß dargestellten Blutgefäße der Netzhaut erscheinen stark geschlängelt. An vielen Stellen tritt Farbstoff aus den gestauten Gefäßen aus.

Durchführung der Fluoreszenz-Angiographie

Für diese Untersuchung erweitert der Arzt Ihre Pupillen mit speziellen Augentropfen. Selbst wenn Sie nur an einem Auge Sehstörungen bemerken, untersucht der Arzt oft auch das andere Auge gleich mit.

Zuerst betrachtet der Arzt den Augenhintergrund und fertigt Bilder davon an. Dann injiziert er den Farbstoff in die Armvene. In etwa 10 Sekunden hat dieser die Augengefäße erreicht [2]. Mit einer Spezialkamera, die den für das bloße Auge nicht mehr sichtbaren Farbstoff darstellt, macht er schnell mehrere Aufnahmen hintereinander [3]. Nach 5 bis 10 Minuten folgen nochmals einige Aufnahmen. Anhand der Bilderserien kann der Arzt sehen, wie der Farbstoff im Blut durch die Gefäße der Netzhaut fließt und ob Flüssigkeit ins Netzhautgewebe austritt [2].

Nach der Untersuchung sind Sie sehr blendempfindlich. Tragen Sie am besten eine Sonnenbrille!Bitte beachten Sie: Nach der Untersuchung dauert es einige Stunden, bis die Pupillen nach dem „Weittropfen“ wieder normal reagieren und Sie wieder scharf sehen können. Bis dahin gilt: Nehmen Sie keinesfalls aktiv am Straßenverkehr teil (weder Auto noch Fahrrad fahren) und schützen Sie Ihre sehr lichtempfindlichen Augen mit einer Sonnenbrille.

Bitte seien Sie nicht beunruhigt, wenn sich Ihr Urin und Ihre Haut nach der Untersuchung etwas gelblich verfärben [2]. Das ist völlig normal und absolut harmlos. Denn der während der Untersuchung verabreichte Farbstoff verteilt sich über das Blut im gesamten Körper und wird über die Nieren wieder ausgeschieden. Nach ein bis zwei Tagen verschwindet die Gelbfärbung wieder [3].

Die Fluoreszenz-Angiographie ist in der Regel gut verträglich

Inklusive der Spätaufnahmen dauert die schmerzfreie Untersuchung nur rund 5 bis 10 Minuten. Einige Patienten stören sich jedoch an der Helligkeit während der Fotografien. Ihr Arzt wird Sie auch über einige seltene, aber mögliche Nebenwirkungen aufklären. Dazu gehören z. B.:

Übelkeit und Erbrechen: Nur wenn der Arzt den Farbstoff zügig spritzt, erhält er später aussagekräftige Bilder. Das verursacht bei einigen Patienten Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel. Diese Beschwerden halten meist nicht lange an [2].

Allergie: Grundsätzlich alle Stoffe, mit denen unser Körper in Berührung kommt, können eine allergische Reaktion auslösen. Das trifft auch auf den bei der Fluoreszenz-Angiographie verwendeten Farbstoff zu [2]. Allerdings verläuft solch eine Reaktion meist leicht, beispielsweise als Hautausschlag [3]. Sehr starke allergische Reaktionen – von Medizinern anaphylaktischer Schock genannt – treten nur sehr selten auf [4].

Quellen:
[1] Grehn F: Augenheilkunde. 30. Auflage, 2008, Springer Medizin.
[2] http://www.portal-der-augenmedizin.de/behandlungen/bildgebende-untersuchungen/fluoreszenz-angiographie/fluoreszenz-angiographie-gefaessdarstellung.html, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[3] Die Fluoreszenz-Angiographie zur Farbstoffuntersuchung an der Netzhaut, verfügbar unter http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Untersuchungen/Fluoreszenzangiographie/Artikel/4515.php, zuletzt besucht am 07.05.2019.
[4] Fachinformation Fluorescein, Stand März 2010.