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Untersuchungen des Auges bei VAV und ZVV

Die Untersuchung beim Augenarzt beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der Arzt Sie zunächst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte befragt. Beschreiben Sie ihm Ihre Symptome und seit wann sie auftreten. Schildern Sie auch typische Situationen, in denen sich Ihre Sehprobleme bemerkbar machen. Falls Sie an anderen Erkrankungen leiden, wie z. B. Verengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK), Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), sollten Sie dies unbedingt ansprechen – auch wenn Sie sich keinen Zusammenhang mit Ihren Augenbeschwerden vorstellen können. Denn unter Umständen können diese Erkrankungen das Risiko für einen Venenastverschluss (VAV) und einen Zentralvenenverschluss (ZVV) erhöhen.

Eine Patientin und ein Augenarzt sitzen sich bei der Untersuchung gegenüber.Krankhafte Veränderungen am Auge stellt der Augenarzt mit verschiedenen Untersuchungsverfahren fest, die ihm eine zuverlässige Diagnose ermöglichen. Welche Methoden er dabei nutzt, hängt von Ihren Beschwerden ab.

Einfache Sehtests

Mit einfachen Hilfsmitteln, wie z. B. Sehtafeln, ermittelt der Augenarzt die Sehschärfe (Visus) und überprüft, ob die Augen Farben und Kontraste gut wahrnehmen können. Die bei diesen Untersuchungen gewonnenen Messergebnisse dienen dem Arzt im Verlauf einer Behandlung als Vergleichswert.
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Untersuchung des Augenhintergrundes (Funduskopie/Ophthalmoskopie)

Mit einem speziellen Augenspiegel schaut sich der Arzt den Augenhintergrund und damit die Netzhaut an. Sowohl bei einem Venenastverschluss (VAV) als auch einem Zentralvenenverschluss (ZVV) zeigen sich z. B. charakteristische Veränderungen an den Blutgefäßen oder Einblutungen in den Glaskörper des Auges. Die Augenspiegelung gehört zu jeder ausführlichen augenärztlichen Untersuchung.
Mehr zur Augenspiegelung bei VAV und ZVV

Messung des Augeninnendrucks

Wenn sich zu viel Augenflüssigkeit im vorderen Augenbereich bildet oder die normale Flüssigkeitsmenge nicht ungestört abfließen kann, erhöht sich der Augeninnendruck. Solch ein erhöhter Druck steigert die Gefahr, an einem grünen Star zu erkranken (Glaukom). Er kann in manchen Fällen zu einem retinalen Venenverschluss führen, er kann aber auch als Komplikation nach einem VAV oder ZVV auftreten.
Mehr zur Augeninnendruckmessung bei VAV und ZVV

Darstellung von Netzhautgefäßen (Fluoreszenz-Angiographie)

Mit einem speziellen Farbstoff und einer Spezialkamera macht der Augenarzt die Durchblutung der Netzhautgefäße sichtbar. Beim Venenastverschluss (VAV) und Zentralvenenverschluss (ZVV) ist die Fluoreszenz-Angiographie eine wichtige Ergänzung zur Funduskopie.
Mehr zur Fluoreszenz-Angiographie bei VAV und ZVV

Darstellung der Netzhautschichten (optische Kohärenztomographie)

Die optische Kohärenztomographie (OCT) stellt die einzelnen Schichten der Netzhaut dar. Durch eine OCT kann der Arzt z. B. Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut (Ödeme), wie sie sowohl beim Venenastverschluss (VAV) als auch beim Zentralvenenverschluss (ZVV) auftreten können, frühzeitig sichtbar machen. Wichtiger Hinweis: Eine OCT gehört derzeit nicht zum klassischen Leistungsspektrum der Krankenkassen – sprechen Sie die Kostenübernahme daher vorher mit Ihrer Kasse ab.
Mehr zur optischen Kohärenztomographie bei VAV und ZVV

Andere Untersuchungen

Sowohl ein Venenastverschluss (VAV) als auch ein Zentralvenenverschluss (ZVV) treten mitunter im Rahmen von Erkrankungen auf, die den gesamten Körper erfassen (systemische Krankheiten). Dazu gehören beispielsweise bestimmte Blutgerinnungsstörungen oder die „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose). Erste Ansprechpartner dafür sind Ihr Hausarzt oder Internist (Facharzt für Innere Medizin).

Eine erhöhte Blutgerinnungsneigung oder zu hohe Blutfettwerte als Risikofaktor für eine Arteriosklerose lassen sich anhand einer Blutprobe leicht ermitteln.

Um sich ein Bild vom Zustand Ihrer Blutgefäße zu machen und eventuelle Durchblutungsstörungen zuverlässig erkennen zu können, reicht eine Untersuchung allein meist nicht aus. Ihr Arzt wird daher vermutlich verschiedene Diagnosemethoden miteinander kombinieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Blutdruckmessungen
  • Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Beine
  • EKG (in Ruhe und/oder bei Belastung)

Bei krankhaften Befunden wird der Arzt eine Behandlung einleiten, die dabei hilft, die Arteriosklerose aufzuhalten. Dadurch sinkt auch das Risiko für Venenverschlüsse im Auge.

Quellen:
[1] Stellungnahme von BVA, RG und DOG zur Therapie des Makulaödems beim retinalen Venenverschluss (Stand Juni 2012). http://cms.augeninfo.de/fileadmin/PDF/1004venenverschluss.pdf, zuletzt besucht am 24.05.2019.