Ursachen eines VAV oder ZVV und des Makulaödems

Für einen VAV oder ZVV kommen hauptsächlich zwei Ursachen in Frage:

  • Blutgerinnsel (Thromben), die das Gefäß von innen „verstopfen“
  • Überkreuzungen von Netzhautvenen mit „verkalkten“ Arterien: Eine „Verkalkung“ (Arteriosklerose) führt zu einer Verhärtung der betroffenen Arterien. An den Kreuzungspunkten mit Venen üben solche Arterien deshalb vermehrt Druck auf die weiche Venenwand aus und pressen diese zusammen. Im Extremfall kommt es dadurch zu einem vollständigen Verschluss der beteiligten Vene.

Wie entstehen Blutgerinnsel?

Mediziner machen vor allem drei Faktoren dafür verantwortlich, dass sich ein Blutgerinnsel bildet:

  • Veränderungen im Blutfluss
  • Erhöhte Gerinnungsneigung
  • Krankhaft veränderte Gefäßinnenwände (z. B. durch Arteriosklerose)

Zeichnungen von Anschnitten eines gesunden und eines thrombotischen Blutgefäßes. Eine Thrombose kann Ursache eines VAV oder ZVV sein.

Das Makulaödem als Folge eines VAV oder ZVV

Ein VAV oder ZVV beeinträchtigt die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im betroffenen Netzhautareal. Das Auge versucht dann, diesen Mangelzustand auszugleichen, indem es neue (unerwünschte) Blutgefäße bildet. Dafür geben die Zellen bei mangelhafter Sauerstoffversorgung den Botenstoff VEGF (vascular endothelial growth factor) ab.

Dieser Botenstoff setzt in dem betroffenen Bereich nicht nur die Neubildung von Blutgefäßen in Gang, er macht auch die Wände von Blutgefäßen durchlässiger. Dadurch kann Flüssigkeit austreten und ein Ödem in der Netzhaut entstehen. Falls dies im Bereich der Makula geschieht, handelt es sich um ein Makulaödem.

OCT-Bild beim Makulaödem infolge eines RVV: Die Netzhaut ist verdickt und enthält eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem).

Wenn sich infolge der VEGF-Ausschüttung neue Gefäße bilden, können weitere Komplikationen auftreten. Daher zielt ein Behandlungsansatz bei VAV und ZVV darauf ab, die Wirkung von VEGF in der Netzhaut auszuschalten.