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Risikominderung bei VAV und ZVV

Vorsorgen ist besser als heilen. In dieser Volksweisheit steckt viel Wahrheit. Denn komplett heilen lassen sich die beiden Formen des retinalen Venenverschlusses (RVV) Venenastverschluss (VAV) und Zentralvenenverschluss (ZVV) meist nicht. Trotz aller zur Verfügung stehenden Behandlungsansätze erlangen die Betroffenen in der Regel nicht wieder ihre volle Sehkraft zurück. Umso wichtiger ist es, das Risiko für einen ersten oder erneuten VAV oder ZVV so gering wie möglich zu halten. Dieses Vorsorgeprogramm können Sie maßgeblich mitgestalten: mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und indem Sie aufs Rauchen verzichten.

In Bewegung bleiben

Eine Frau macht in einem Schwimmbecken Wassergymnastik.Wer rastet, der rostet. Wie wichtig regelmäßige körperliche Bewegung für die Gesundheit ist, zeigte beispielsweise eine Untersuchung mit über 20.000 Studienteilnehmern: Diejenigen, die mindestens 4 Stunden pro Woche Sport treiben, haben eine bessere Blutgefäßfunktion und damit ein niedrigeres Risiko für Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Gefäßen [1]. Außerdem wirkt sich Ausdauersport positiv auf Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes (die Zuckerkrankheit) aus – und damit indirekt auch auf die Augengesundheit.

Das Auge isst mit

Verschiedene Gemüsesorten liegen auf einer Küchenarbeitsplatte.Ein gestörter Fettstoffwechsel erhöht die Gefahr, an einer „Arterienverkalkung“ zu erkranken. Diese auch unter dem Begriff Arteriosklerose bekannte Erkrankung gilt als wichtiger Risikofaktor für einen retinalen Venenverschluss. Versuchen Sie daher, Ihr Gewicht zu normalisieren und reduzieren Sie fettreiche Mahlzeiten. Zusammen mit ausreichender Bewegung schaffen Sie so die besten Voraussetzungen, nicht nur einen VAV oder ZVV vorzubeugen, sondern auch anderen Folgen der Arteriosklerose wie z. B. Herz- und Kreislauferkrankungen. Im Abschnitt Ernährung finden Sie weitere hilfreiche Informationen.

Finger weg vom blauen Dunst

Rauchen schadet nicht nur Herz und Atemwegen, sondern auch den Augen. Denn Nikotin verengt die Blutgefäße und fördert die „Arterienverkalkung“. Dadurch wird die Netzhaut schlechter durchblutet und kann Schaden nehmen.

Besondere Gefahr bei Diabetes und Bluthochdruck

Bei Diabetes und Bluthochdruck gefährden hohe Blutzucker-­ bzw. Blutdruckwerte die feinen Gefäße in Augen und Nieren [2–5]. Durch das Gefäßgift Nikotin steigt die Gefahr für Augen­- und Nierenerkrankungen zusätzlich an.

Regelmäßige Vorsorge

Je früher ein VAV oder ZVV erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, schwerwiegende Folgen der Erkrankung, wie z. B. eine Erblindung, zu verhindern. Auch wenn Sie noch keine Sehstörungen bemerken, können bereits krankhafte Veränderungen an Ihrer Netzhaut vorliegen. Denken Sie daher daran, augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen. Dies ist auch wichtig, um eine Erhöhung des Augeninnendrucks frühzeitig zu erkennen. Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck (der zu einem Glaukom bzw. grünen Star führen kann) haben ein höheres Risiko an einem RVV zu erkranken [6, 7].

Achten Sie auch auf minimale Veränderungen Ihrer Sehleistung

Selbst eher unauffällige Sehstörungen, die Sie im alltäglichen Leben noch nicht beeinträchtigen oder die nur hin und wieder auftreten, können fortgeschrittene Netzhautveränderungen signalisieren. Ganz gleich, ob bei Ihnen bereits ein VAV oder ZVV bekannt ist oder nicht – zögern Sie bei Auffälligkeiten nicht, zum Augenarzt zu gehen.

Mit einfachen Selbsttests können Sie Ihre Sehleistung zusätzlich auch zu Hause testen – z. B. zwischen den Kontrollterminen während der Behandlung eines VAV oder ZVV.

Quellen:
[1] Pöß et al.: Bei kardiovaskulären Risikopatienten ist sportliche Aktivität invers mit der Prävalenz und dem Ausmaß von Mikroalbuminurie assoziiert: Daten des I-SEARCH Registers, Abstract V909, Clin Res Cardiol 100, 2011.
[2] Cheung N, Klein R, Wang JJ et al. Traditional and novel cardiovascular risk factors for retinal vein occlusion: the multiethnic study of atherosclerosis. Invest Ophthalmol Vis Sci 2008; 49: 4297–4302.
[3] Rogers SL, McIntosh RL, Lim L et al. Natural history of branch retinal vein occlusion: an evidence-based systematic review. Ophthalmology 2010; 117: 1094–1101.
[4] Yasuda M, Kiyohara Y, Arakawa S et al. Prevalence and systemic risk factors for retinal vein occlusion in a general Japanese population: the Hisayama study. Invest Ophthalmol Vis Sci 2010; 51: 3205–3209.
[5] O’Mahoney PR, Wong DT, Ray JG. Retinal vein occlusion and traditional risk factors for atherosclerosis. Arch Ophthalmol 2008; 126: 692–699.
[6] David R, Zangwill L, Badarna M, Yassur Y. Epidemiology of retinal vein occlusion and its association with glaucoma and increased intraocular pressure. Ophthalmologica 1988; 197: 69–74.
[7] Hirota A, Mishima HK, Kiuchi Y. Incidence of retinal vein occlusion at the Glaucoma Clinic of Hiroshima University. Ophthalmologica 1997; 211: 288–291.