Damit mögliche Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut aufgrund eines diabetischen Makulaödems früh erkannt werden können, sind für Menschen mit Diabetes regelmäßige Untersuchungen bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt nötig – auch wenn keine Sehprobleme bestehen. Bei einem bereits diagnostizierten diabetischen Makulaödem sind Therapie- und Kontrolltermine wichtig, um den Verlauf dieser chronischen und damit lange dauernden Erkrankung zu beobachten und die Therapie darauf abzustimmen.

Bei Verdacht auf ein diabetisches Makulaödem führt Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt verschiedene Augenuntersuchungen durch. Zu den Diagnosemethoden bei einem DMÖ zählen die Funduskopie, die optische Kohärenztomographie (OCT) und die Fluoreszenzangiographie1. Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei für die DMÖ-Diagnose nötigen Untersuchungen vor.

Das Foto zeigt einen Augenarzt, der mithilfe eines Untersuchungsgeräts die Augen einer älteren Frau betrachtet. Der Arzt ist links im Bild im Anschnitt und unscharf zu sehen. Er blickt mit seinen Augen in das Untersuchungsgerät. Die Frau ist rechts im Bild scharf zu sehen. Sie blickt von der anderen Seite ins Untersuchungsgerät. Ein Lichtstrahl ist auf ihrem rechten Auge zu sehen. Sie hat halblange rötliche Haare und trägt einen mintfarbenen Pullover und ein weißes T-Shirt.
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Funduskopie

Das Bild zeigt eine Aufnahme im Rahmen einer Funduskopie, auch Ophthalmoskopie genannt. Zu sehen ist der Augenhintergrund eines gesunden Auges.
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Bei Verdacht auf ein Makulaödem kann eine Funduskopie Aufschluss geben. Diese auch Ophthalmoskopie genannte schmerzfreie Untersuchung des Augenhintergrunds ist fester Bestandteil der Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes2. Sie kann unter anderem Gefäßveränderungen, Ablagerungen und Blutungen im Bereich der Netzhaut erfassen. Die Pupillen werden für die Untersuchung mit speziellen Augentropfen weitgestellt, die Augenärztin oder der Augenarzt untersucht dann mit einem Augenspiegel (Ophthalmoskop) die Netzhaut auf Veränderungen wie zum Beispiel undichte Blutgefäße. Wichtig: Die Augen sind durch die Tropfen blendeempfindlicher, und die Sicht kann unscharf sein. Sie dürfen erst nach einigen Stunden wieder Auto fahren, wenn die Wirkung der Augentropfen abgeklungen ist.

Optische Kohärenztomografie (OCT)

Haben sich bei der Funduskopie Auffälligkeiten gezeigt, wird Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt aufgrund des Verdachts auf ein diabetisches Makulaödem eine OCT durchführen. Damit lassen sich die einzelnen Netzhautschichten darstellen. Diese Untersuchung ist extrem wichtig: Sie kann zeigen, ob sich die für ein diabetisches Makulaödem typischen Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut gebildet haben.

Die OCT ist nicht nur für die DMÖ-Diagnose wichtig, sondern auch für die weitere notwendige Verlaufskontrolle im Rahmen der Therapie der chronischen Erkrankung. Bei Patientinnen und Patienten mit diabetischem Makulaödem wird diese schmerzfreie Untersuchung daher bei Kontrollterminen regelmäßig durchgeführt. Sie kann zeigen, ob die Therapie wirkt und ob noch Flüssigkeitsansammlungen vorhanden sind. Ziel ist es, dass die OCT möglichst keine schädliche Flüssigkeit mehr zeigt.

Das Bild zeigt eine Aufnahme in Schwarz-Weiß, die im Rahmen einer optischen Kohärenztomographie entstanden ist. Rechts im Bild sichtbar sind die verschiedenen Schichten der gesunden Netzhaut im Querschnitt.
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Fluoreszenzangiographie (FLA)

Das Bild zeigt eine Schwarz-Weiß-Aufnahme im Rahmen einer Fluoreszenz-Angiographie. Einzelne Netzhautgefäße eines gesunden Auges sind zu sehen.
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Dieses Untersuchungsverfahren zeigt, ob und wenn ja aus welchen Blutgefäßen der Netzhaut Flüssigkeit austritt. Dafür wird der Patientin oder dem Patienten über die Armvene ein fluoreszierender Farbstoff ins Blut verabreicht. Mithilfe einer Kamera lässt sich anschließend beobachten, wie der Farbstoff in die Gefäße des Auges einströmt und in welchem Zustand die Netzhautgefäße sind3.

Behalten Sie Ihre Augengesundheit immer im Blick

Diabetische Netzhauterkrankungen wie das diabetische Makulaödem machen sich im frühen Stadium oft noch nicht bemerkbar4. Ist nur ein Auge betroffen, werden DMÖ-Symptome möglicherweise nicht erkannt, weil das andere Auge die Seheinschränkung ausgleicht. Menschen mit Diabetes sollten daher regelmäßig zur Vorsorge zu ihrer Augenärztin oder ihrem Augenarzt gehen. Bemerken Sie Symptome des DMÖ wie verzerrtes oder verschwommenes Sehen, dunkle Flecken im Sichtfeld oder eine veränderte Farbwahrnehmung, sollten Sie nicht zögern und umgehend medizinischen Rat einholen. Denn: Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig für die finale Diagnosestellung.

Wurde bei Ihnen bereits ein diabetisches Makulaödem festgestellt, sollten Sie keinen Behandlungstermin ausfallen lassen und regelmäßig Ihre Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Mit einer konsequenten und langfristigen medikamentösen Therapie lässt sich in vielen Fällen eine Verbesserung des Sehvermögens erzielen. Das Ziel ist es, das Sehvermögen möglichst langfristig zu stabilisieren. Wenn Sie mehr über die Therapie des diabetischen Makulaödems erfahren möchten, besuchen Sie unsere Seite zur Behandlung des DMÖ.

Amsler-Gitter-Selbsttest

Zwischen den Kontrollterminen bei der Augenärztin oder dem Augenarzt können Sie mit dem Amsler-Gitter-Selbsttest Ihr Sehvermögen überprüfen5. Der Test hilft, erste Symptome eines diabetischen Makulaödems wie verzerrtes Sehen oder dunkle Flecken in der Mitte des Gesichtsfeldes zu erfassen. Prüfen Sie Ihre Augen am besten regelmäßig.

Die Grafik zeigt ein Gitter, bei dem ein schwarzer Fleck unscharf erscheint. Zudem sind einige der Linien verzerrt. Diese Darstellung illustriert damit ein mögliches Symptom des DMÖ – verzerrtes Sehen.
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Die Grafik zeigt ein Gitter mit senkrechten und waagerechten Linien in immer gleichen Abständen zueinander, die viele kleine Quadrate identischer Größe bilden. Genau in der Mitte des Gitters sind zwei unterschiedlich große schwarze Flecken zu sehen. Auch das ist ein weiteres mögliches Symptom des DMÖ.
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Das Bild zeigt die Inhalte des DMÖ-Bestellpakets: Drei Broschüren und Flyer sowie das Amsler-Gitter
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Quellen

  1. Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands: Therapie des diabetischen Makulaödems Stand August 2019. https://www.dog.org/wp-content/uploads/2013/03/Stellungnahme_DMP_2019_08-1.pdf, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.
  2. Diabetische Retinopathie. https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/augenkrankheiten/netzhauterkrankungen/diabetische-retinopathie, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.
  3. Tragende Gründe zum Beschlussentwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL): Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ). https://www.g-ba.de/downloads/40-268-5508/2018-12-20_MVV-RL_OCT-diabetische-Retinopathie_TrG.pdf, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.
  4. Diabetic Retinopathy and Diabetic Macular Edema: Pathophysiology, screening, and novel therapies. https://care.diabetesjournals.org/content/26/9/2653, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.
  5. Beratungsverfahren Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung: Optische Kohärenztomografie zur Diagnostik und Therapiesteuerung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration sowie des Makulaödems im Rahmen der Diabetischen Retinopathie gemäß § 135 Absatz 1 SGB V. https://www.g-ba.de/downloads/40-268-5509/2018-12-20_MVV-RL_OCT-diabetische-Retinopathie_ZD.pdf, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.