Bei der Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ) geht es darum, weitere Schäden im Auge zu verhindern und einer Erblindung vorzubeugen. Es gibt drei gängige Behandlungsmethoden: die Anti-VEGF-Therapie, die Behandlung mit Kortikosteroiden sowie die Lasertherapie1. Hier stellen wir Ihnen diese drei Möglichkeiten zur Therapie des diabetischen Makulaödems vor.

 

Das Bild zeigt ein älteres Ehepaar in der rechten Bildhälfte. Der Mann hat graue Haar, trägt einen Bart, ein blaues Hemd und eine Uhr. Er blickt lächelnd ins Gesicht einer jungen Frau mit weißem Kittel, die von der Seite zu sehen ist. Neben dem Mann sitzt eine Frau mit grau-blonden Haaren, die zu einem Zopf gebunden sind. Sie trägt eine rosa-weiß gestreifte Bluse und trägt eine Brille. Sie blickt auch ins Gesicht der Frau mit Kittel. Diese ist den dem Paar zugewandt und hält einen blauen Stift in der rechte
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Anti-VEGF-Therapie

Der medizinische Standard zur Therapie des diabetischen Makulaödems ist die „Spritze ins Auge“ oder Spritzentherapie, wie die Behandlung mit VEGF-Hemmern häufig bezeichnet wird. Die Medikamente werden beim diabetischen Makulaödem mit einer feinen Spritze in das zuvor betäubte Auge injiziert, sie hemmen den Botenstoff VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Ist er im Übermaß vorhanden, lässt er im Auge neue, jedoch undichte Blutgefäße wuchern. Dadurch entstehen schädliche Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut.

Durch die Therapie wird dieser Botenstoff gehemmt, und die Gefahr, dass unerwünschte Blutgefäße und Ödeme im Auge entstehen, kann sinken. Die Gefäße werden wieder dicht, die Ödeme gehen zurück. Die Verschlechterung der Sehkraft lässt sich aufhalten, idealerweise bessert sich das Sehvermögen sogar wieder. Die Anti-VEGF-Therapie ist eine langfristige Behandlung und muss dauerhaft und regelmäßig fortgeführt und regelmäßig kontrolliert werden. Sprechen Sie mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt über Optionen bei der Anti-VEGF-Behandlung des diabetischen Makulaödems.

Kortikosteroidtherapie

Kortikosteroide sind Kortisonpräparate, die ebenfalls bei der Behandlung des diabetischen Makulaödems zum Einsatz kommen. Dafür wird den Betroffenen mit einer Spritze ein Implantat ins Auge verabreicht, dass dieses Medikament enthält und abgibt. Die Kortikosteroide vermindern Entzündungsprozesse, die bei der Entstehung eines DMÖ eine Rolle spielen2. Außerdem reduzieren sie die Entstehung von Flüssigkeitsansammlungen.

Lasertherapie (Laserkoagulation)

Zur Behandlung des diabetischen Makulaödems wird auch ein Laser verwendet. Vor allem, wenn im Rahmen der Erkrankung krankhafte Gefäße am Rand der Netzhaut entstanden sind. Die Hitze des Lasers kann undichte Blutgefäße in der Netzhaut verschließen und die Bildung neuer Blutgefäße reduzieren. Das Verfahren kann nicht unendlich oft wiederholt werden, da das Gewebe dabei unwiderruflich zerstört wird.

Lassen Sie keinen Behandlungstermin verstreichen

Die Therapie des diabetischen Makulaödems muss langfristig und konsequent erfolgen. Nur so lassen sich die schädlichen Flüssigkeitsansammlungen im Auge kontrollieren. Halten Sie daher unbedingt Ihre Therapie- und Kontrolltermine ein und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt. Unser Gesprächsleitfaden kann Ihnen bei der Vorbereitung auf das Arztgespräch helfen. Wichtig: Bemerken Sie eine Verschlechterung Ihrer Sicht, sollten Sie unabhängig vom nächsten Termin umgehend Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt aufsuchen.

Ein Mann bei einer augenärztlichen Untersuchung
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Diabetisches Makulaödem: Selbsthilfeorganisationen bieten Unterstützung

Begleitend zur medikamentösen Behandlung des diabetischen Makulaödems kann der Kontakt zu Selbsthilfeorganisationen hilfreich sein. Sie liefern Informationen rund um die Erkrankung, bringen Betroffene zusammen und stehen beratend zur Seite. Die Vereinigung PRO RETINA Deutschland e. V. veranstaltet regelmäßig Seminare und regionale Treffen. Dort können Sie sich mit anderen Patientinnen und Patienten austauschen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.

Blickpunkt Auge – das qualitätsgesicherte Beratungsangebot des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV) – berät ebenfalls Betroffene und Angehörige zu Fragen rund ums Sehen, organisiert Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen und auch Gruppentreffen, die einen Austausch ermöglichen. Informieren Sie sich zu den umfangreichen Angeboten der verschiedenen Organisationen. Zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen, wenn nötig.

Das Bild zeigt die Inhalte des DMÖ-Bestellpakets: Drei Broschüren und Flyer sowie das Amsler-Gitter

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    Quellen

    1. Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands: Therapie des diabetischen Makulaödems Stand August 2019. https://www.dog.org/wp-content/uploads/2013/03/Stellungnahme_DMP_2019_08-1.pdf, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.
    2. Diabetisches Makulaödem: Individuell behandeln. https://www.aerzteblatt.de/archiv/171418/Diabetisches-Makulaoedem-Individuell-behandeln, zuletzt aufgerufen am 03.12.2021.