Bei einem retinalen Venenverschluss (RVV) kommt es zu einem Rückstau von Blut im Bereich der Netzhaut, da es nicht mehr ungehindert durch die Venen abfließen kann. Grund dafür ist in der Regel ein Blutgerinnsel (Thrombus) im Auge, weshalb die Medizin dies auch als Schlaganfall im Auge bezeichnet. In der Folge leiden Patienten meist unter starken Sehbeeinträchtigungen. Doch mittels moderner Verfahren können Augenärzte die Thrombose im Auge gut therapieren!

Alles im Blick: Sinnesorgan Auge

Das menschliche Auge funktioniert wie ein hochmoderner Fotoapparat. Während eine aktuelle Minikamera jedoch etwas mehr als 100 Gramm auf die Waage bringt und damit scharfe Bilder macht, reichen unserem Auge weniger als 10 Gramm für technisch weitaus beeindruckendere Leistungen. Ein gesundes menschliches Auge unterscheidet über 600.000 verschiedene Farbtöne und nimmt pro Sekunde mehr als 10 Millionen Informationen auf, die es an das Gehirn weiterleitet!

Wie das Sehen funktioniert

Wenn wir etwas betrachten, beispielsweise eine Blume, gelangen die von dieser Blume reflektierten Lichtstrahlen auf die Hornhaut. Durch die Hornhaut trifft das Licht gebündelt auf die Iris (Regenbogenhaut). Die Iris arbeitet wie eine Kamerablende. Bei Dunkelheit öffnet sie ihr transparentes Zentrum (Pupille), bei Helligkeit verkleinert sie es. Die dahinterliegende Linse reguliert Nah- und Fernsicht und verliert mit zunehmendem Alter ihre Elastizität (Folge: Alterssichtigkeit).

Nach Hornhaut, Pupille und Linse gelangt das Lichtbündel durch den Glaskörper auf die Netzhaut (Retina), auf der sich die Sehzellen und im Netzhautzentrum der Punkt des schärfsten Sehens (= gelber Fleck / Makula) befinden.

Weit über 100 Millionen Sehzellen wandeln das Licht in Nerven­impulse um, die der Sehnerv ins Gehirn weiterleitet – und wir sehen die betrachtete Blume. Die als Zapfen bezeichneten Sehzellen sorgen für das Farbsehen, die sogenannten Stäbchen für die Wahrnehmung von Hell und Dunkel. Rund 95Prozent der Sehzellen befinden sich im gelben Fleck.

Blinder Fleck hingegen nennen Mediziner diejenige Stelle, an der der Sehnerv aus dem Auge austritt.

Retinopathien: Wenn die Netzhaut Schaden nimmt

Erkrankungen der Netzhaut heißen in der Fachsprache Retinopathien. Oft führen Gefäßerkrankungen des Auges zu Netzhauterkrankungen, denn die rund 130 Millionen Sehzellen reagieren auf Versorgungsengpässe sehr empfindlich. Störungen ihres Stoffwechsels können irreversible Schäden hervorrufen und die Sehkraft gefährden. Zu den bekanntesten Gefäßerkrankungen des Auges zählen diabetische Retinopathien und retinale Venenverschlüsse.

Gefäße in Gefahr

Nach den diabetischen Retinopathien sind retinale Venenverschlüsse (RVV) die zweithäufigste Gefäßerkrankung des Auges. Während diabetische Retinopathien u.a. durch zu hohe Blutzuckerwerte entstehen und über Jahrzehnte hinweg die Sehkraft von fast jedem Diabetiker beeinträchtigen können, kommen für retinale Venenverschlüsse mehrere Risikofaktoren in Betracht. Retinale Arterienverschlüsse hingegen treten eher selten auf.

Untersuchungen beim Augenarzt

Fachärzte für Augenheilkunde diagnostizieren Augenerkrankungen anhand verschiedener Untersuchungsmethoden, zum Beispiel:

  • Bestimmung von Sehschärfe /Sehleistung

Leseprobentafeln (Buchstaben, Zahlen, Gegenstände) in 5 Metern (Fernvisus) beziehungsweise Lesetexte in 30 bis 40 Zentimetern Entfernung (Nahvisus)

  • Untersuchung von Netzhaut- und Gefäßveränderungen

Spiegelung des Augenhintergrunds mit einem Spezialspiegel, die Pupillen werden dafür mit Tropfen erweitert

  • Untersuchung der vorderen Augenbereiche

Betrachtung des Auges mit einer Spaltlampe (spaltförmiges Lichtbündel), die mit einem Mikroskop verbunden ist

Alarm im Auge: retinale Venenverschlüsse

Bei einem retinalen Venenverschluss (RVV) kann das Blut nicht mehr ungehindert durch eine Vene abfließen. Die Blockade des venösen Abflusses entsteht häufig durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), das sich in einer engen Stelle der Vene festsetzt. In anderen Fällen verursachen durch Arteriosklerose veränderte Arterien den Verschluss. Dort, wo sie sich mit Venen kreuzen, drücken sie die Vene so zusammen, dass kaum oder kein Blut mehr hindurchfließen kann.

Löcher im System

Durch diese beeinträchtigte Blutversorgung können Netzhautblutungen, Ödeme (Flüssigkeits­einlagerungen), Gefäßwucherungen oder sogar Netzhautablösungen entstehen. Kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen am Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte (= gelber Fleck, lateinisch Macula lutea), spricht man von einem Makulaödem. All dies beeinträchtigt das Sehvermögen, in schweren Fällen droht Erblindung.

Sehkraftbeeinträchtigung über Nacht

Häufig treten retinale Venenverschlüsse nachts auf. Auslöser sind der während des Schlafs abgesunkene arterielle Blutdruck und der gleichzeitig durch die Liegeposition ansteigende Druck in den Zentralvenen der Augen.

Beim morgendlichen Erwachen bemerken die Betroffenen dann leichte bis starke Einschränkungen der Sehkraft, die sich im Verlauf des Tages oft etwas zurückbilden, aber Spätfolgen nach sich ziehen können. Wie stark die Sehbeeinträchtigungen sind und welche Folgen sie haben können, hängt von der Lage des Verschlusses und der Größe des nicht mehr durchbluteten Areals ab.

Verschiedene Formen und Ausprägungen

Augenärzte unterscheiden retinale Venenverschlüsse unter anderem danach, ob der Verschluss die Zentralvene (Zentralvenenverschluss: ZVV) oder einen Venenast (Venenastverschluss: VAV) betrifft.

Zentralvenenverschluss

Ein Zentralvenenverschluss tritt im Bereich des sogenannten blinden Flecks auf, einem natürlichen Engpass in der Netzhaut. Denn dort befinden sich Ein- und Ausgang für den Sehnerv, die Zentralvene und die Zentralarterie des Auges.

Venenastverschluss

Ein Venenastverschluss findet nahezu immer in Bereichen statt, in denen Venen und Arterien sich im Auge kreuzen. VAV treten über 5-mal häufiger auf als Zentralvenenverschlüsse und führen im Vergleich dazu zu weniger starken Einbußen der Sehleistung.

Wie sehr die Sehkraft langfristig leidet, hängt auch davon ab, ob sich die Vene ganz oder nur teilweise verschließt und wie stark der Visusverlust direkt nach dem Verschluss ist.

Problemfall Mangeldurchblutung

Neben dem Ort des Geschehens spielt beim ZVV auch der Schweregrad eine Rolle für den Krankheitsverlauf. Mediziner orientieren sich dabei an der Größe des Bezirks, der durch den Venenverschluss sehr schlecht oder gar nicht durchblutet wurde (Ischämiegrad). Je größer dieses Areal ausfällt, desto mehr steigt die Gefahr, dass sich unerwünschte neue, zu Blutungen neigende Blutgefäße bilden (Neovaskularisation). Betrifft der Durchblutungsausfall ein Gebiet, das mehr als 10-mal so groß ist wie der Durchmesser des Sehnervenkopfs (Papille), liegt ein ischämischer Verschluss vor.

Zahlen und Fakten zum retinalen Venenverschluss

  • Weltweit leiden rund 16,4 Millionen Menschen an einem retinalen Venenverschluss (ZVV: 2,5 Mio., VAV: 13,9 Mio.)
  • Am häufigsten treten RVV zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf – bei Frauen und Männern gleichermaßen.
  • Es gibt jedoch auch jüngere Patienten, wobei das RVV-Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Vor dem 50. Lebensjahr tritt ein retinaler Venenverschluss überwiegend bei Männern auf.

5 bis 12 Prozent aller Patienten mit einem RVV erkranken innerhalb der folgenden 5 Jahre auch am anderen Auge daran.

Beeinträchtigte Sicht

Retinale Venenverschlüsse führen zu Einbußen der Sehschärfe, die Betroffenen sehen verschwommen.

Bei mehr als einem Viertel der Patienten mit VAV und mehr als einem Drittel der Patienten mit einem ZVV entwickelt sich ein Makulaödem. Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen und Netzhautverdickungen im Bereich des schärfsten Sehens. Charakteristisch beim Makulaödem: Die Patienten haben einen „grauen Vorhang“ im Gesichtsfeld.

Reduzierte Lebensqualität

Retinale Venenverschlüsse mindern die Lebensqualität der Patienten deutlich, wobei Zentralvenenverschlüsse eine größere Belastung darstellen als Venenastverschlüsse.

Das alltägliche Leben leidet

Je stärker die Sehbeeinträchtigung, umso mehr leidet der Alltag. Die Tatsache, nicht mehr Auto fahren zu können, macht den Betroffenen besonders heftig zu schaffen und viele klagen über psychische Probleme.

Was die Venen im Auge gefährdet

Warum ein retinaler Venenverschluss entsteht, können Augenexperten noch nicht genau erklären. Sie wissen allerdings, dass es verschiedene Faktoren gibt, die das Risiko für solch einen „Schlaganfall im Auge“ deutlich erhöhen. Dazu gehören sowohl diverse organische Erkrankungen (systemische Risikofaktoren), wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Blutbildveränderungen, als auch verschiedene Augenerkrankungen und -verletzungen (lokale Risikofaktoren). Begleiterkrankungen finden sich besonders häufig beim ZVV.

Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

Patienten mit kardiovaskulären Risiken, also Erkrankungen und Lebensgewohnheiten, die Herz, Kreislauf und Gefäße schädigen, erkranken 3- bis 5-mal häufiger an retinalen Venenverschlüssen als andere.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Über 55% der deutschen Bevölkerung leben mit zu hohen Blutdruckwerten – rund 60% der Männer und 50% der Frauen. Werte von über 140/90mmHg gelten als Bluthochdruck. Leicht erhöhte Werte lassen sich oft durch Veränderungen des Lebensstils (Sport, Ernährung) senken, dauerhaft deutlich höhere Werte erfordern eine medikamentöse Behandlung und regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Risiko: 32 bis 70% aller RVV-Patienten leiden an Bluthochdruck.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

In Deutschland leben weit über 7 Millionen Diabetiker. Über 90% der Zuckerkranken haben einen Typ-2-Diabetes, der sich meist erst jenseits des 50. Lebensjahrs bemerkbar macht. Tabletten und eine gesunde Lebensweise bestimmen die Behandlung, manchmal später auch Insulin.

Risiko: 14 bis 34% aller RVV-Patienten leiden an Diabetes.

Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien)

Fettstoffwechselstörungen finden sich hierzulande bei etwa 40% der 40- bis 60-Jährigen und erhöhen das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Für ansonsten Gesunde gelten folgende Grenzwerte: „gutes“ HDL-Cholesterin > 40mg/dl, „schlechtes“ LDL-Cholesterin < 160mg/dl, Triglyzeride < 150mg/dl.

Risiko: 30 bis 60% aller RVV-Patienten leiden an Dyslipidämien.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren findet sich bei 9,7 bis 12,3% der Männer und 3,2 bis 7,5% der Frauen in Deutschland eine koronare Herzkrankheit – eine Verengung der Herzkranzgefäße mit hoher Infarktgefahr. Zu den Ursachen der KHK gehören starkes Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Nikotin (Rauchen).

Risiko: 22 bis 50% aller RVV-Patienten leiden an einer KHK.

Blutbildveränderungen

Bestimmte Besonderheiten im Blutbild und Blutgerinnungsstörungen, die zu einer verstärkten „Verklumpung“ des Blutes führen, können ebenfalls das Risiko für einen retinalen Venenverschluss erhöhen.

Augenerkrankungen

Lokale Risikofaktoren, die das Auge selbst betreffen, scheinen im Gegensatz zu den bisher genannten Faktoren ausschließlich einen Zentralvenenverschluss zu begünstigen. Dazu gehört vor allem der Grüne Star (Glaukom), durch den in Deutschland jährlich 1.500 bis 2.000 Menschen erblinden. Bis zu 8% aller Glaukompatienten erleiden einen Zentralvenenverschluss. Oder umgekehrt: Bei bis zu knapp 70% aller ZVV-Patienten tritt ein Glaukom auf. Auch manche Verletzungen erhöhen das ZVV-Risiko.

Den Augen zuliebe: Vorsorge ernst nehmen

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen tragen dazu bei, mögliche gesundheitliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Besonders wichtig für die Sehkraft und zur RVV-Prophylaxe:

  • Regelmäßige augenärztliche Kontrollen

Diabetiker: mindestens einmal jährlich, gegebenenfalls öfter. Alle ab 40 Jahren: jährliche Glaukom-Früherkennungsuntersuchung (derzeit keine gesetzliche Kassenleistung)

  • Check-up 35 beim Hausarzt

Allgemeiner Gesundheitscheck für alle über 35-Jährigen im Abstand von 2 Jahren (unter anderem Blutdruck-, Blutfett- und Blutzuckerkontrolle)

Alles im Blick: Die Diagnostik

Wer ein erhöhtes Risiko für retinale Venenverschlüsse besitzt, sollte einmal jährlich einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Bei Diabetikern, die besonders häufig an Retinopathien und Makulopathien/Makulaödem erkranken, empfehlen sich sogar häufigere. Augenärzte raten über 40-Jährigen zu einer jährlichen Glaukom-Früherkennungsuntersuchung. Die dazugehörende schmerzfreie Augeninnendruckmessung zählt derzeit nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen.

Retinale Venenverschlüsse erkennen

Anhand verschiedener Untersuchungsmethoden kann der Augenarzt einen RVV feststellen und den Schweregrad bestimmen. Dazu gehören Untersuchungen mit einer speziellen Lampe (Spaltlampe), die Fluoreszenzangiografie zur Darstellung der Netzhautgefäße und die Kontrolle der Sehschärfe und Pupillenreflexe. Manchmal erfolgt zusätzlich eine Blutuntersuchung (Gerinnungsdiagnostik).

Besser sehen mit der richtigen Behandlung

„Runter mit den Risiken“ lautet das Grundprinzip bei der Behandlung retinaler Venenverschlüsse. Dadurch verbessert sich zwar nicht das eingeschränkte Sehvermögen, doch die Gefahr eines weiteren Verschlusses sinkt.

Gute Zielwerte bei Blutdruck, Blutzucker, Blutfettwerten und Augendruck sowie der Verzicht aufs Rauchen bilden daher die unverzichtbare Basis der Therapie.

Verschiedene Verfahren verbessern die Sehkraft

Je weniger Zeit seit einem retinalen Venenverschluss (RVV) verstrichen ist, desto höher liegen die Behandlungschancen.

Injektionen mit einem VEGF-Hemmer

Unabhängig davon, wie lange der Venenverschluss zurückliegt, kommen Augeninjektionen mit einem sogenannten VEGF-Hemmer in Betracht. Der Augenarzt spritzt die Substanz unter örtlicher Betäubung direkt in den Glaskörper. Die augenärztlichen Fachgesellschaften Deutschlands nennen VEGF-Injektionen beim RVV als Mittel erster Wahl.

So wirken VEGF-Hemmer

Hinter der Abkürzung VEGF verbirgt sich ein Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Blutgefäße sowie die Gefäßdurchlässigkeit und damit Ödeme fördert. Bei retinalen Venenverschlüssen (RVV) finden sich erhöhte VEGF-Werte. VEGF-Hemmer blockieren diesen Wachstumsfaktor und senken dadurch die Gefahr, dass sich unerwünschte Blutgefäße bilden. Gleichzeitig besitzen diese Wirkstoffe einen abschwellenden Effekt und wirken dadurch positiv auf Makulaödeme. Solche Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des schärfsten Sehens entstehen häufig aufgrund retinaler Venenverschlüsse.

Kortisonimplantate

Ein Kortisonimplantat kommt gemäß den deutschen augenärztlichen Fachgesellschaften hauptsächlich für all jene Patienten infrage, bei denen VEGF-Hemmer nicht ausreichend wirken oder bei denen wiederholte Venenverschlüsse im Auge auftreten.

Der Augenarzt injiziert das Kortisonimplantat in der Regel unter örtlicher Betäubung direkt in den Glaskörper des Auges.

Kortisoninjektionen

Augeninjektionen mit Kortison werden gelegentlich bei der Behandlung von Zentralvenenverschlüssen (ZVV) eingesetzt. Für den Einsatz bei Venenastverschlüssen (VAV) empfehlen Augenexperten diese Kortisoninjektionen jedoch nicht.

Nach Auffassung der Fachgesellschaften sind Nachteile der intravitrealen Steroidtherapie (Kortisonimplantate, Kortisoninjektionen) vor allem die Kataraktentwicklung und Augeninnendrucksteigerung. Die Fachgesellschaften vertreten zudem die Auffassung, dass der Einsatz von intravitrealen Steroiden in folgenden Situationen zurückhaltend gehandhabt werden sollte, beispielsweise bei:

  • jungen Patienten
  • Aphakie
  • Pseudophakie mit Vorderkammerlinse
  • bekannter Steroidresponse
  • fortgeschrittenem Glaukom
  • klarer Linse

Laserbehandlungen

In einigen Fällen bieten sich verschiedene Lasertherapien an (zum Beispiel Grid-Laserkoagulation). Diese Verfahren dienen vor allem dazu, Komplikationen vorzubeugen und Folgeschäden zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem unerwünschte Neubildungen von Blutgefäßen.

Hämodilution

Wenn der Venenverschluss im Auge weniger als sechs Wochen zurückliegt und keine Gegenanzeigen (zum Beispiel Herzinsuffizienz) bestehen, kommt eine sogenannte Hämodilution in Betracht.

Diese Behandlung zielt darauf, den Hämatokritwert im Blut abzusenken und das Blut dadurch besonders flüssig zu halten. Weitere Fragen zur Hämodilution beantwortet Ihnen gerne Ihr behandelnder Arzt.

Gesund leben – den Augen zuliebe

Vorsorgen ist besser als heilen. In dieser Volksweisheit steckt eine ganze Menge Wahrheit. Denn komplett heilen lässt sich ein retinaler Venenverschluss meist nicht – trotz aller zur Verfügung stehenden Behandlungsansätze erlangen die Betroffenen in der Regel nicht wieder ihre volle Sehkraft zurück. Umso wichtiger ist es, das Risiko für einen RVV so gering wie möglich zu halten. Dieses Vorsorgeprogramm können Sie maßgeblich mitgestalten: mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und Verzicht aufs Rauchen.

Finger weg vom blauen Dunst

Rauchen schadet nicht nur Herz und Atemwegen, sondern auch den Augen. Denn Nikotin verengt die Blutgefäße und fördert die Arterienverkalkung. Dadurch wird die Netzhaut schlechter durchblutet und kann Schaden nehmen.

Besondere Gefahr bei Diabetes und Bluthochdruck

Bei Diabetes und Bluthochdruck gefährden hohe Blutzucker- beziehungsweise Blutdruckwerte die feinen Gefäße in Augen und Nieren. Durch das Gefäßgift Nikotin steigt die Gefahr für Augen und Nierenerkrankungen zusätzlich an.

Hilfe auf dem Weg zum Nichtraucher

Ein Rauchstopp fällt vielen schwer. Mit speziellen Raucherentwöhnungsprogrammen klappt der Nikotinausstieg oft besser. Nikotinersatzmittel wie Pflaster oder Kaugummis können ebenfalls helfen. Hier finden Sie Unterstützung:

www.pneumologenverband.de

Suche nach Arztpraxen mit Raucherentwöhnungskursen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Telefonische Beratung: 01805 313131 (0,14 €/min, Festnetz) www.bzga.de

Das Auge isst mit

Von einer gesunden Ernährung profitieren auch die Augen. Wer nicht mehr Kalorien aufnimmt als nötig, viele Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und wenig Zucker und tierische Fette verzehrt (Ausnahme: fetter Seefisch mit seinen wertvollen Omega-3-Fettsäuren), liegt genau richtig. Solch ein Nährstoffmix wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte aus – und damit auf gleich mehrere RVV-Risikofaktoren: Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und starkes Übergewicht (Adipositas).

Vitamine für die Sehkraft

Schon unsere Großmütter empfahlen Karotten für die Augen. Schließlich enthalten die Wurzeln reichlich Betakarotin – eine pflanzliche Vorstufe des „Augenvitamins“ A. Dieses Vitamin wirkt beim Sehvorgang mit, ein Mangel führt zu Nachtblindheit.

Gute Quellen: zum Beispiel Karotten, Brokkoli, Paprika, Mango, Spinat

Zwei andere Karotinoide – Zeaxanthin und Lutein – schützen das Auge vor schädlichen UV-Strahlen.

Gute Quellen: zum Beispiel Mais, Eigelb, Orangensaft. Speziell Lutein: Kürbis, Spinat, grüne Paprika. Speziell Zeaxanthin: rote Trauben

Zellschutz aus der Küche

Aggressive Sauerstoffverbindungen – sogenannte freie Radikale – schädigen gesunde Zellen, auch die der Augen. Solche reaktionsfreudigen Substanzen entstehen im Körper unter anderem durch Rauchen oder Sonnenlicht. Verschiedene Vitamine und Mineralstoffe können freie Radikale abfangen, beispielsweise Vitamin A (zum Beispiel in Milch, Tomaten), Vitamin C (zum Beispiel in Zitrus- und Beerenfrüchten) und Vitamin E (zum Beispiel in Keimölen, Nüssen). Ebenfalls gute Radikalenfänger: die Spurenelemente Zink (zum Beispiel in Weizenkeimen, Sonnenblumenkernen) und Selen (zum Beispiel in Fisch, Getreide).

Das Gewicht im Blick behalten

Starkes Übergewicht (BMI >30) treibt Blutdruck und Blutzucker in die Höhe und stellt damit ein Risiko für die Augen dar.

So berechnen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI):

Rechenformel Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)²

Beispiel BMI 70kg = 24,22kg/m² 1,70m x 1,70m 

Normalgewicht: Werte zwischen 18,5 und 24,99 kg/m²

 

In Bewegung bleiben

Wer rastet, der rostet. Wie wichtig regelmäßige körperliche Bewegung für die Gesundheit ist, zeigt auch eine auf dem Deutschen Kardiologenkongress 2011 vorgestellte Untersuchung mit über 20.000 Studienteilnehmern. Ergebnis: Diejenigen, die mindestens 4 Stunden pro Woche Sport treiben, haben eine bessere Gefäßfunktion und damit ein niedrigeres Risiko für Herz, Kreislauf und Gefäße. Außerdem wirkt sich Ausdauersport erwiesenermaßen positiv auf Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes aus – und damit indirekt auch auf die Augengesundheit.

In Bewegung bleiben

Das Gesundheitsvorsorgeprogramm in Eigenregie erfordert von vielen, sich von lieb gewordenen und manchmal sogar mit Risiken verbundenen Lebensgewohnheiten zu verabschieden. Wie viel eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivitäten und der Abschied von der Zigarette bringen, haben mittlerweile zahlreiche Studien bewiesen. Selbsthilfegruppen oder spezielle Kurse helfen dabei, das eigene Leben gesünder zu gestalten und nicht wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen.

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie in den Patientenbroschüren: