Eine feuchte altersabhängige Makuladegeneration (feuchte AMD) ist eine chronisch-degenerative Erkrankung. Ihr Hauptmerkmal sind fehlerhafte Blutgefäße, die sich unter der Netzhaut bilden. Diese neu gebildeten Gefäße sind brüchig und porös – es sickert Flüssigkeit heraus, die sich in und unter der Netzhaut im Hintergrund des Auges sammelt. Dies kann zur Schwellung und Schädigung der Makula führen – dem Teil der Netzhaut, der uns eine scharfe Sicht verleiht und Farben sehen lässt.1

Wird die austretende Flüssigkeit nicht unter Kontrolle gebracht, verschlechtert sich das zentrale scharfe Sehen schrittweise immer weiter. Alltägliche Aktivitäten wie Lesen, das Erkennen von Gesichtern und Autofahren werden zunehmend schwieriger.1,2

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Weshalb der Augenarzt bei einer feuchten Makuladegeneration OCT-Scans einsetzt

Im Rahmen der Erstdiagnose der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration und bei Kontrollterminen wird der Augenarzt wahrscheinlich eine optische Kohärenztomographie (OCT) durchführen.3 Mit dieser berührungs- und schmerzfreien Untersuchungsmethode kann festgestellt werden, ob und wie viel Flüssigkeit sich im Bereich der Netzhaut befindet. Hierbei lässt sich auch erkennen, wo sich die Flüssigkeit sammelt: unter der Netzhaut (subretinal) oder in der Netzhaut (intraretinal). Durch diese Flüssigkeitsansammlungen kann es zu typischen Symptomen wie verschwommenes und verzerrtes Sehen kommen.1,2

Dieses Beispiel zeigt die Netzhaut eines Patienten mit feuchter Makuladegeneration im OCT-Scan:

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Was ist die optische Kohärenztomographie (OCT)?

Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnose von Augenerkrankungen und – vereinfacht gesagt – mit einer Ultraschallaufnahme vergleichbar. Allerdings arbeitet der Arzt hierbei mit schwachem Laserlicht statt mit Schallwellen. Die OCT ermöglicht eine für den Patienten absolut schmerzfreie grafische Darstellung der Netzhaut und liefert hochaufgelöste Schichtbilder in einem Querschnitt.

Anhand des OCT-Befunds kann der Mediziner die Netzhautschichten beurteilen, zum Beispiel deren Dicke und Feinstruktur. Eine optische Kohärenztomographie kommt vor allem bei der Erstdiagnostik verschiedener Netzhauterkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration zum Einsatz.

Wie funktioniert die OCT und was sollte man vor der Durchführung wissen?

Augenärzte greifen auf die optische Kohärenztomographie zurück, um eine krankhafte Veränderung im Auge zu diagnostizieren. Im Gegensatz zur Funduskopie und Fluoreszenzangiographie macht diese Untersuchung sogar die einzelnen Schichten der Netzhaut erkennbar. Dafür benutzt der Arzt ein spezielles schwaches und für die Augen unschädliches Laserlicht, mit dem er die Netzhaut abtastet. Die verschiedenen Schichten der Netzhaut reflektieren das Licht unterschiedlich, sodass im Computer ein genaues Bild des Aufbaus entsteht.

Der OCT-Befund zeigt unter anderem Makulaveränderungen wie ein Makulaödem an, also eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Gelben Flecks (Makula). Sie kann bei einer AMD oder auch einem retinalen Venenverschluss vorkommen. Auch bei der Diagnose und Verlaufskontrolle anderer Augen- und Netzhauterkrankungen hat sich die optische Kohärenztomographie bewährt, beispielsweise bei der Glaukom-Früherkennung.

Ablauf der OCT: So funktioniert die Untersuchung

Für eine OCT verabreicht Ihnen der Arzt üblicherweise keine Medikamente. Der Ablauf der diagnostischen Methode dauert außerdem nur wenige Minuten:

  • Sie sitzen bei der Untersuchung vor einem Gerät, das der Spaltlampe ähnelt, die der Augenarzt auch nutzt, um verschiedene Bereiche des Auges vergrößert zu betrachten.
  • Mit einer Art Fotoapparat macht der Mediziner Bilder von den Schichten Ihrer Netzhaut.
  • Anschließend betrachtet und beurteilt er die Aufnahmen auf dem Computer.

In den meisten Fällen teilt Ihnen der Arzt sofort den Befund mit und informiert Sie, insofern notwendig, über mögliche Behandlungsmaßnahmen.

Feuchte Makuladegeneration: Ursache sind Wachstumsfaktoren im Übermaß

Die Entstehung der porösen Blutgefäße wird durch eine vermehrte Ausschüttung von kleinen Proteinen verursacht, den Endothelwachstumsfaktoren (Vascular Endothelial Growth Factor, abgekürzt VEGF).4 Der heutige Standard zur Kontrolle dieser kleinen Proteine ist eine Behandlung mit VEGF-Hemmern.5 Sie kann helfen, die Flüssigkeit in und unter der Netzhaut zu reduzieren, das Wachstum der durchlässigen Blutgefäße zu bremsen – und so das Fortschreiten einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration zu verlangsamen. Nähere Informationen finden Sie im Bereich Behandlungsmöglichkeiten.

Da bei einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration innerhalb kürzester Zeit deutliche Sehverluste eintreten können, ist die Einhaltung regelmäßiger Kontrolltermine beim Augenarzt extrem wichtig.6 Das dient auch dem Schutz Ihres zweiten Auges: Selbst wenn zunächst nur ein Auge betroffen ist – das Risiko ist deutlich erhöht, dass auch im anderen Auge eine Makuladegeneration entsteht.1 Hier finden Sie Informationen zum gesunden Auge.

Durch regelmäßige OCT-Untersuchungen kann der Arzt Verschlechterungen und Verbesserungen der feuchten Makuladegeneration feststellen: Ist im OCT-Bild wenig bis keine Flüssigkeit in oder unter der Netzhaut zu erkennen, ist die Behandlung effektiv.7

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Dieses OCT-Beispiel zeigt eine Netzhaut ohne Flüssigkeitsansammlungen

Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre „Ein Augenblick genügt: Flüssigkeitskontrolle mit dem OCT bei der feuchten AMD“.

Erfahren Sie, wie ein Termin beim Augenarzt abläuft und welche weiteren Untersuchungsmethoden es gibt.

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Die Broschüre für Patienten

In unserer Patientenbroschüre finden Sie viele Informationen über die AMD, vorbeugende Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten.

PDF: Patientenbroschüre

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Broschüre: Leben mit feuchter AMD

In dieser umfangreichen Broschüre haben wir für Sie wichtige und hilfreiche Tipps zum Leben mit einer feuchter AMD zusammengestellt.

PDF: Leben mit AMD

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[1] National Eye Institute. Facts About Age-Related Macular Degeneration. Available at https://nei.nih.gov/health/maculardegen/armd_facts (link is external). Access July 2019.
[2]BMC Ophthalmol. 2016 Mar 24;16:31. doi: 10.1186/s12886-016-0207-3.
[3]Am J Ophthalmol. 2004 Feb;137(2):313-22. doi: 10.1016/j.ajo.2003.09.016.
[4]Kim R. Introduction, mechanism of action and rationale for anti-vascular endothelial growth factor drugs in age-related macular degeneration. Indian J Ophthalmol. 2007;55(6):413-415.
[5]Gehrs KM, Anderson DH, Johnson LV, and Hageman GS. Age-related macular degeneration— emerging pathogenetic and therapeutic concepts. Ann Med. 2006;38:450-471.
[6]Mowatt G et al. Optical coherence tomography for the diagnosis, monitoring, and guiding of treatment for neovascular age-related macular degeneration: a systematic review and economic evaluation. Health Technol Assess 2014;18(69)
[7]García-Layana A, et al. Early and intermediate age-related macular degeneration: update and clinical review. Clin Interv Aging. 2017;12:1579–1587.